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schafften Commandeur bemüht gesehen, solchen zwecklosen und den Kö-niglichen Dienst nur beeinträchtigenden Eifer zu zügeln.
Ich selbst habe einige Male wegen dieses fehlerhaften Benehmensverdiente Vorwürfe erhalten; ich wollte jedoch auch gar zu gern Haupt-!inann werden.
Meine Compagnie-Kameraden waren außer von Borwitz und Gott-hold, welche beide schon längst todt sind, zwei junge Lieutenants, dieletzt noch als ausgezeichnete Stabsofficiere in der Armee dienen, von Besteund von Unruh.
In den verschiedenen Jahrgängen des Lehr-Bataillons haben die^fsicicr-Corps desselben zur Erinnerung ihres Zusammenlebens litho-äraphirte Dcnkblätter anfertigen lassen. Ich nehme eben dieses BlattJahre 1824 zur Hand; es sind 22 Namen darauf verzeichnet, und^ sst wohl eine recht wehmüthige Erfahrung, daß sechs von den Ka-uieradm bereits todt, weit über die Hälfte außer Dienst, und nur einvertheil der ganzen Anzahl noch in Aktivität sich befindet.
Zwanzig Jahre haben gewaltig aufgeräumt. Nach diesem Verhält-niß ist in zehn Jahren das Lehr-Bataillon von 1824 in den Armce-^istcn erloschen.
Der nahe dritte August — Geburtstag des Königs — solltedies Jahr beim Lehr-Bataillon Arakicliosissims gefeiert werden. Außer^ur üblichen Kirch- und Paradcact beabsichtigte unser Major Königs-schießen und Festessen, Abends bei den durch mich neu erbauten Schieß-enden im nahen Eichenhain glänzendes Souper, Illumination undFeuerwerk mit sehr viel Kanon engetös. —
Ich erwähne dieser Details und namentlich des Kanonenfeucrs nurdeshalb, um anführen zu können, daß ohne Pulverknall keine ächte Mi-litairfeier denkbar, — baumwollenes Surrogat also Barthold Schwarz'sErfindung nie verdrängen wird, — und daß nur die Arrangements desFestes größtenteils übertragen wurden; als ehemaliger Artillerist hatte'ch das Feuerwerk, und wegen mangelnder Geschütze sogar die Kanoncn-schlägc anzufertigen.
Doch auch dieses sehr unwichtigen Details würde ich mich gänzlich