gercn Mannes meiner schlesischen Landsmännin, recht angenehme undbelehrende Abwechselung.
Ich habe mir damals Notizen über einige entscheidende Momenteaus dem militairischen Leben des Feldmarschalls von Diebitsch gesam-melt, die ich hier als eine leichte Skizze der Verhältnisse, welche dieglänzende Laufbahn dieses berühmten Mannes gestalteten, zusammentrageund meinen gütigen Lesern vorlege.
Wenn nicht aus der Feder des russichcn Generals von Prittwih,welcher als Erbe der reichen Hinterlassenschaft seines Onkels und durchseine Stellung nahe den Quellen dazu mehrfach berufen zu sein scheint,recht bald eine wahrhafte und vollständige Biographie des genanntenFeldherrn uns geliefert wird, so dürften noch lange Zeit hindurch vielemit Dunkel umhüllten Verhältnisse in dieser Beziehung ohne Aufschlußverbleiben oder gar vergessen werden.
So müssen denn meine, zwar spärlichen, doch aus den Erzählun-gen der nächsten Anverwandten entnommenen zuverlässigen Nachricht^über den öfters in Rede geführten berühmten General eine fühlbarLücke von der geringen Kenntniß über dessen vielbcwegtes Leben einst-weilen ausfüllen. Ich habe mich, was ich hier noch beifügen muß, s^vielen Jahren immer erfolglos bemüht, diese mir selbst gestellte Aufgabvollkommen zu lösen und durch authentische und mehr umfassende Be-richte diese immerhin sehr mangelhafte Skizze zw ergänzen.
Hans von Diebitsch wurde am 13tcn Mai 1785 auf dem Landgutseiner Eltern, Groß-Leipe, unweit Brcslau in Schlesien, geboren; er erh>^seine erste Erziehung im väterlichen Hause, kam hierauf in's Kadetten-3"^stitut nach Berlin, in welchem er sich durch ausdauernden Fleiß undmoralische Führung auszeichnete. Doch blieb der kleine Hans in
Wachsthum gänzlich zurück; seine körperliche Bildung hatte durchaus nichts
Empfehlendes, und eben so wenig verstand er es auch, bei einemund zurückgezogenen Wesen seinen sonst vortrefflichen Eigenschaften ei>EFolie zu geben. Seine Timidität war sprichwörtlich unter den 2^schillern geworden. Der Bestimmung, Soldat zu werden, ging er demnachnicht mit den besten Aussichten und Hoffnungen für die Zukunft entgeg^'