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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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241
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Rettungsinittel zu der freilich sehr harten Erklärung die Zuflucht ge-kommen hätte:daß der Gefangene dies Attentat in vollständigemWahnsinn ausgeübt habe."

Diese Aussage ward mit ärztlichen Attesten belegt, und diesem zu-der arme Eduard in's große Irrenhaus vielleicht auf Lebenszeit^gesperrt.

Schreckliche Alternative! Sibirische Bleigruben oder das Narren-- Aecht russisch.

^uscr armer Eduard mußte nun auf's schleunigste gerettet werden;Mar eine mir selbst gestellte Aufgabe.

dies

lersb

Noch denselben Abend sprach ich in Mitau den General von Ad-

org, versicherte demselben, wie ich nunmehr entschlossen sei, in meine

^llung M russischen Gcncralstabe einzutreten, und erhielt von demsel-m die Weisung, ohne Säumniß nach St. Petersburg zurückzukehren^ mich Hort bei ihm zu melden.

wenigen Tagen war ich wieder in der Nesivenz angekommen.Mit zagendem Schritte nahte ich mich dem ungeheuern Gebäude der^Nanstalt; das schwere Portal öffnete und schloß sich dumpf stöh-le hinter mir, und so befand ich mich denn mitten unter den nu-orirten Narren und Wahnsinnigen des großen, unermeßlichen rus-' Heu Kaiserreichs.

^och erinnere ich mich mit Beben der Nummer 135.

2lls ich ,'n diese Zelle eintrete, sitzt Eduard mit dem Rücken dem^ i ^ Zugewendet. So saß er schon seit drei Wochen, ohne ein Wortspreche, fast jede Nahrung verschmähend (welche Umstände mir derbegleitende Arzt zusicherte). Man fand ihn stets mit sich selbstHach spielend (er hatte zu diesem Ende sich aus seinem schwarzenFiguren und eben so in einfachster Form ein Schachbrett ange-Man glaubte ihn wirklich sprach- und sinnlos,er mich sah, rief er:

- " Wilhelm, Du bist mein guter Engel, ich danke Dir", und stürzte^ in meine Arme. Dies seine ersten und einzigen Worte in jener^»vollen Zeit.

^ Wie unbeschreiblich hoch fühlte ich mich belohnt für mein mühseliges

^en, Wanderungen II. 16