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Der Kronprinz von Schweden unterhielt sich viel und, wie es schien,^ sehr angelegentlich mit einer jungen und schönen Hofdame derZäherm, ich glaube, es war eine Fürstin Urufsow. Prinz Oscar stand^ dem sitzenden Fräulein und drehte hierbei den Rücken gegen dieübrige Gesellschaft. So konnte er es nicht bemerken, daß der Kaiser^ an ihn heranging, und so, wie es wohl unter genaueren Freunden^dräuchlich ist, ihm von rückwärts mit beiden Händen die Augen zuhielt.^ mochte dies wohl dem Kronprinzen ein augenblickliches unangeneh-mes Gefühl bereiten; denn wer durfte sich wohl hier im fremden Lande^ese Vertraulichkeit mit ihm erlauben? Nur der Kaiser allein; und als^ nun auf diese Weise die vertrauliche Scene zur allseitigen Zufrie-^h«t aufklärte, gab dies Veranlassung zu einer allgemein erfreulichenBernden Bewunderung unter den Höflingen und Zuschauern, welche^ noch um so gemüthlicher beendigte, da der Kaiser seinen schwedischenund Nachbar einige Male auf's herzlichste umarmte.
Jedenfalls hatten diese öffentlichen Umarmungen deutlich genug die^kn'ßheit ausgesprochen, daß derjenige Königsthron in Europa, auf^lchem allein noch napolconische Abkömmlinge saßen, in dem Staaten-"Ndniß, welches das Gleichgewicht der civilistrten Welt sichert, nunmehrb ^ Ankergrund gewonnen hatte.
Am Abende des dritten Tages der Festlichkeiten in Pctcrhof zog das^ Hoflager nach Krasnoie selo, wo 60,000 Mann des Kaiserlichen, ccorps im Lager versammelt standen, um unter den Augen ihres^ Mgeir Gebieters zur neuen, abwechselnden Annehmlichkeit seiner ho-^äste zu paradiren und zu manocuvrircn.
2n wenigen Stunden war Pctcrhof verödet; Tausende zogen aufb" Dampfschiffs und kleinern Fahrzeugen nach der Hauptstadt zurück,'"e von ihnen sollten jedoch nicht mehr die Heimath erblicken, denn all-/Mich der böse Meerbusen seine Opfer von den Schaulustigen,^^chicklichkeü oder Unordnung thun dabei das Ihrige.
Mit^^ ""s jedoch zum Hofe gehörig, und auch diejenigen, welche
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