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stcns fuhr man in zwei bis drei Reihen neben einander und im schärf-sten Galopp der neuen Bestimmung zu.
Ich hatte, durch Empfehlung eines zufällig in Pctcrhof getroffene»Bekannten vom Hofstaate des Großfürsten Michael, einen Platz auf ei-nem oliar st baue gefunden, deren 40 bis 50 an der Zahl dem Kai-serlichen Hofstaate in der Arristrcgarde folgten, und während derbei herrlichem Mondenschein den Weg von einigen zwanzig Wcrstc»,bis zu dem Orte nämlich, wo die Straße nach St. Petersburg abgehtim rasenden Galopp zurücklegten.
Ich entschlief trotz diesem Allem sehr bald auf dem weichen und ge-mächlichen Rücksitz des mit gelbem Tuch ausgeschlagencn Wurstwage»^Auch versetzte mich wirklich ein liebliches Traumgebild in jene frühesteJugendzeit, wo ich als fünf- bis sechsjähriger Knabe mich überstbödünkte, wenn die strenge Großmama mir erlaubte, auf einem ganz ähn-lichen Vehikel, das von den Ureltern ererbt schien, meine Ncitcrkünstezu produciren.
Sehr unsanft jedoch wurde ich meiner Seligkeit entrückt, denn ah^Schutz gegen den stark fallenden Thau in dieser nordischen So»n»^nacht, erwachte ich sehr bald durchnäßt und am ganzen Körper vor Kä^
zitternd. Glücklicherweise gelangten wir eben an die Barriere von
weit entlegenen Vorstadt der Residenz, wo der Weg nach Krasnoicunter einem sehr spitzen Winkel rechts abbiegt. Letztere Richtung nah"'der Kaiserliche Troß, und da sich eben eine günstige Gelegenheit darbK-
nach dem eigentlichen St. Petersburg, das wohl noch zwei Stunden
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fernt sein mochte, zurückzukommen, so verließ ich augenblicklichvon der rosste einer kurzen Sommernacht unterm 60. Grad nördl- bdurchweichten okur st bano; ich hatte mir wirklich durch diese gen'"same Verkältung ein Fieber zugezogen. Es waren auch in der T--^24 Stunden Ruhe in meinem niedlichen Quartiere erforderlich, u»>""von den dreitägigen Freuden und Leiden in Pcterhof physisch unoralisch wieder zu restauriren. ^
Am nächstfolgenden Morgen machte ich mich jedoch eiligst ^Weg, um die große Revue nicht zu versäumen; nach einer Fah"^fünf bis sechs Stunden, wobei die Pferde erst dann aus ihrem