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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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Galopp ,'n eine ruhigere Gangart fielen, als ich in dieser Residenz desKaisers während des Manoeuvrcs einfuhr, gelangte ich an's Ziel, jedoch"hnc meinen Zweck erreicht zu haben, da die Paradcbcsichtigung bereitswendet war. Zwei Reihen Baucrnhäuscr bilden den Ort Krasnoic selo;^ Kaiserliche Residenz aber bestand damals aus einem einfachen, mit sehr^ blumichtem Gesträuch und militairischcn Emblemen dccorirten ganzgewöhnlichen Landhause. Hier wohnte die Kaiserin mit ihrem nächstenGefolge, der Kaiser selbst lagerte unter seiner Garde, während die übri-ge hohen Gäste mit ihren Umgebungen in einigen großen von Bret-zusammengeschlagenen Baracken oder aufgespannten riesigen Zelten""weit des Hoflagcrs ihr Unterkommen fanden.

Die Umgegend von Krasnoie selo ist ein wellenförmiges Terrain,^ welchem jedoch auf Stundenweite weder Baum noch Strauch an-^wffcn. Moorige und sumpfige Wicsengründe wechseln wohl hie und^ wit einigen wenigen bebauten Feldern, der bei weitem größere Theil^ jedoch sogenannte russische Steppe, aber immer noch der lieblichstenockerroth, und nur hin und wieder mit einigen grünen Grashal-Meistens Sauerampfer und wildem Knoblauch', von der rauhen^ mißgünstigen Natur nur sehr spärlich überstreut.

, 2n einer weiten muldenförmigen Senkung dieser Fläche, vielleicht^ Dtmide von der Residenz der Kaiserin, mit der Längcnlage des Orts^ u fast parallel sich dahinziehend, lagerte die sämmtliche InfanterieGardecorps, die Front nach Krasnoie selo. Auf einer vorliegenden^ ^ standen die Vorposten, und in deren Mitte ein großes und zwei"^c, prächtig ausgeschmückte,Zelte, in deren erstcrm der Kaiser. w den zwei andern die nächsten Umgebungen des AllgewaltigenMilitairisch die Ungcmächlichkeit eines Feldlagers mit den übrigenaufgestellten Truppen theilten. Die Kaiserliche Beiwacht fand übri-^ an den Haupt-Manoeuvretagcn Statt, und so mag denn die^echselung, eine schöne Sommernacht im Freien zuzubringen, leichttragen gewesen sein.

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dagegen sollen die Truppen, wie man sich kaum halbleise zuzuflü-tuagte, an den nöthigsten Bedürfnissen drückenden Mangel gelittenDamals noch erschien so etwas für kaum möglich; erst in spä-