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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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272
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Wie gern wiederholen wir hier im Chor: König FriedrichHelm III. war einer der edelsten und tief gefühlvollst^Menschen, die gelebt und regiert haben.

Unmittelbar nach der Königlichen Tafel besuchte der russische Fe^marschall den Familienzirkel, wo ich ihn einige Male währendAufenthalts in Berlin getroffen habe, und da der Marschall seineHeilungen durch die Sprache eines offenen und ächt deutschen Gemüthsund durch die geistreichste Art zu würzen verstand und so die Aufmerkstkeit der Zuhörer an seine Lippen fesselte; spielte das vierjährige Kind desHauses, auf seinem Schooß sitzend, an den vielen brillantenen Sternsund Ordenszeichen, welche die Brust des edlen Mannes schmücktcri-Bei dieser Gelegenheit war es, wo der Feldmarschall dem Kinde ^dessen Bemerkung, wie glücklich er sei, solche herrlich glänzende Ordenssterne zu besitzen ", wie in einer dunklen Vorahnung seines nahen ""glücklichen Geschickes entgegnete:

Was helfen die Sterne und der Glanz auf der Brust, wennderselben der Frieden nicht heimisch ist; wieder muß ich hinaus in d^Krieg. Es ist dies ein schwerer Gang. Je mehr ich mich nach ^stillern Freuden des Lebens sehne, um so weniger sollen mir solche ^boten werden. Ich armer Mann!"

Diebitsch hatte drei Kaisern gedient; er pflegte den Kaiser Paulnen Vater, den Kaiser Alexander seinen Freund, den Kaiser ^laus seinen Bruder zu nennen, wenn er die Gefühle der Verehr^und treusten Ergebenheit bezeichnen wollte, die sein edles deutschtmüth durchglühten. Der reiche Mann!