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Preußen der Garnison als ihren jetzigen Commandanten vor, und dieseFeierlichkeit begleitete er mit einer Anrede, die so eindrucksvoll und rüh-rend war, wie wenn ein Vater zu seinen lieben Kindern spräche. Alles>var auch dadurch so erschüttert, daß die alten bärtigen Krieger wie dieKinder weinten und mit schluchzender Stimme riefen: Sie wollten mit>l»n für König und Vaterland sterben. Darauf machte er sie mit denGrundsätzen bekannt, nach welchen er sie befehligen werde, wessen sievon ihm zu versehen hätten, was er von ihnen erwarte u. s. w.Zausend Stimmen jauchzten ihm in freudigem Tumult entgegen." —Wir wollen nunmehr in diesen Zeilen alle die Maaßregeln im De-welche Gneisenau als nunmehriger Commandant von Colbcrg in's^ebcii treten ließ, übergehen, und nur noch anführen, daß durch diefechte VerfahrungSwcise seines Vorgängers, der sich theilwcisc durch^ spat genommene Anordnung, größtcnthcils aber durch die EntfernungSchill'scheli Corps (das sich durch die Besetzung der von der Stadts^l'st abhängigen Außenwerke fast unentbehrlich gemacht hatte), vonFeinde zu sehr hatte einengen lassen, trotz der kräftigsten Gcgcn-^hr der nahe Fall von Colberg mit Gewißheit vorauszusehen war.
so mehr, da das Belagcrungscorps immer mächtiger wurde, und^ schwache Besatzung durch den Verlust bei den Ausfällen und bereits^urch tze„ fühlbaren Mangel an Lebensmitteln täglich mehr aufgerieben^urde. Selbst die bisher offen gehaltene Verbindung mit der See war^ch die von den Feinden erstürmten Außenwerke, die den Hafen-wtzcn sollten, aufgehoben worden. Die englische Fregatte, welche bistreulich auögedauert, mußte in die hohe See zurückkehren.
Trotz allem diesem hatte Gneisenau schon über neun Wochen Schritt^ Schritt dem Feinde das Terrain zum Vorgehen seiner Werke streitig^"wcht, da aber die Stadt selbst durch das gräßliche Bombardements^ßtentheils niedergebrannt worden, so nahte dennoch der Tag immerheran, an welchem endlich die Kräfte der braven Garnison, die^gerade etwas erschütterte Standhaftigkcit der Bürger, und überhaupt"»glückliche Lage der ganzen Kricgsverhältnissc die geistigen Mittel^ '"telligcntcn Befehlshabers ohne Unterstützung gelassen hätten.
Um diese höchst gefährlichen Umstände mit den trcucstcn Farben schil-