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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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dcrn zu können, müssen wir hier abermals die kräftige und biedere Sprach?des treuen Ncttelbeck einführen.

Der Morgen des 2ten Juli brach an, aber auch das feindlich?Bombardement, so wenig es die Nacht geruht hatte, schien mit den?Morgen wieder neue Kräfte zu gewinnen. Noth und Elend, Jammer-geschrei und Auftritte der blutigsten Art, einstürzende Gebäude und pras-feinde Flammen, das war fast das Einzige, was den entsetzten Sinnensich darstellte. Muth und besonnene Fassung waren mehr als je von-Nöthen; aber nur Wenigen war es gegeben, sie in diesem entscheidendenZeitpunkte zu behaupten; noch Wenigere vielleicht erhielten die Hoffnungeines glücklichen Ausganges in sich lebendig, jedoch Alle ohne Ausnahm?gaben das Beispiel einer völligen Ergebung in das unvermeidliche Sch>^sal. Sie hatten es in Gneisenau's Hand gelegt, mit ihm standen st?'mit ihm fielen sie, vertrauungsvoll ließen sie ihn walten.

Höher aber und höher stiegen Gefahr und Noth von StundetStunde. Um 9 Uhr Morgens, während noch das Rathhaus loderte, g?"rieth, durch eine andere Bombe entzündet, auch das Gebäude des Sta^Hauses in Flammen und pflanzte sich fort auf die angrenzenden Gebäud?-Die schwachen Versuche zum Löschen blieben aber bald dem Feuermehr gewachsen; man sah sich genöthigt, brennen zu lassen was brenn?vwollte. Die gleiche traurige Nothwendigkeit trat wieder ein, als aENachmittags um 2 Uhr ein Speicher in vollem Brande stand, undmand mehr wußte, ob es dringender sei, dem Feinde von außen zu u>?^rcn, oder die Flammen zu löschen, oder das eigene kümmerliche Lebenden rings umher sausenden Feuerbällen zu bewahren. Des Feindes Mund Anstrengung aber wuchs in eben dem Maaße, als die Werft?"^seiner Zerstörung sich in ihrer furchtbaren Wirksamkeit offenbarten.

Gneisenau's scharfes Auge aber, das mitten in diesem gräßlich^Tumulte jede Bewegung seines Gegners hütete, ließ es nicht unbeasi^daß dieser bereits Vorbereitungen traf, sich von der Wolsschanze ausüber das Mündncrfort herzustürzen, um so auch die östliche S?>t?^Hafens zu überwältigen. Gcgenanstalten wurden auf der Stelle g?fen, den bedrohten Punkt auf's kräftigste zu unterstützen; Befehlest"^Alles war in der lebendigsten Spannung, und ein neuer Kampst ^