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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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soffen fühlte, hatte er sich in jenen Jahren schon Neider und Auflaurergewonnen, die sich erfrechten, ihn einen Dcmagogenfiirsten zu schelten.A>s nun im Sommer 1819 die sogenannten demagogischen Umtriebe°der vielmehr die Umtriebe gegen die Demagogen der große Schall derTagesjagd wurden, und man in die Geheimnisse der PapierschränkeBrieftaschen der Menschen hineinzulassen begann, zog man freilichd>e Hände zurück von Briefen des Staatskanzlcrs und einiger andern!>vhen Häupter, wenn solche sich vorfanden; aber Gneisenau's Briefewurden mit ausgelesen, und die Inhaber um ihren Inhalt befragt.Run begann es wieder von dem Demagogengcneral zu munkeln, und^neiftnau ist auch von sehr wackern Männern getadelt worden, er habe,vorzüglich von seinem vertrauten Freunde, dem General von Clauscwitz,°"win sehr vorsichtigen, aber durchaus biedern Manne, verleitet, bei jener^olegenhcit und in jener bösen herumlauschendcn und herumzcttelndcn'boit seinen mißgünstigen, hintcrrückischen Feinden nicht die stolze Feld-horrnstirn gezeigt, die in so vielen herrlichen Schlachten dem Tode ge-atzt hatte. Selbst der Minister Stein hat ihn bei einem Besuch ambefischen Nicsengebirge einer gewissen Partei gegenüber nicht so kühn""d stolz gefunden, als er gewollt hätte, und sprach sich wörtlich soGneiscnau sollte vor seinen König treten, und ihm die Namen^rjenigen, die jetzt Ehrenmänner, wie er, mit Verdachten zu beflecken""d dem Herrn Furcht einzujagen suchen, offen nennen, und an seinenTogen fassend sprechen: Was die Schurken auch reden, dieser undHerz sind vor Deiner Majestät unbefleckt.""

Doch fti er hier auch ein wenig aus seiner Bahn getrieben wor-sv war es ein leichtes, kurzes Gewölk, welches diese reine, hohe

Retter

den

^ele nicht mit bleibendem Dunkel überziehen konnte.

..Sie sind nun fast alle heimgegangen, unsere großen Helfer undnur ihre Namen und Ehren sind noch übrig. Nur der Eine,^ Stille, Feste und Thatenrciche, nur Boyen weilt noch unter uns.Aber mit welcher Freude, ja mit welcher Wonne können wir auf diesicher, Scharnhorstc, Gncisenaue und Grolmane Hinblicken, wenn wirreine, fleckenlose, uneigennützige, menschliche Tugend mit der gc-^rren und unverschämten Habsucht vergleichen, womit die meisten wäl-