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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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schen Minister und Feldherren ihre Namen unter uns zum Abscheu ge-macht haben! Und sollen wir allein auf jene unsere Glänzendsten undHöchsten hinschauen, sollen wir nicht mit noch größerem deutschen Stolzder Männer gedenken, die vor einem Menschenalter so tapfer und hoch-herzig für uns gestritten und geblutet haben? O wie Vieles ist be>den Jetztlebenden schon verdunkelt, wie Vieles halb vergessen, wie Vie-les mehr noch durch Entstellungen und Lügen der Fremden uns weg-gelogen und wcggctrogen! Das verstehen die Maischen meisterlich, u»ddiese böse Kunst üben sie tagtäglich gegen uns. Wer aber die Ofs>-eiere und die Bürger und Bauern der preußischen, brandenburgisch^'pommcrschen, schlesischen Landwehren in jenen Tagen gesehen hat, werdiese Heldcnschaarcn gesehen hat, ungefähr aus einem Fünftel des g>^ßcn deutschen Volkes gesammelt, zu einer Zeit gesammelt, als der Feindmit seinen Horden noch im Lande umherzog, als alle Hülfsmittel desKrieges zerstört, alle Ströme und Festungen noch in Feindeöhand wa-ren, als die meisten unserer gefesselten deutschen Brüder unter den Fah-nen der fremden Unterdrücker noch gegen uns standen wer diese be>Groß-Becren, an der Katzbach, bei Culm, Dennewitz, Wartburg und Leip-zig hat kämpfen und sterben sehen, der nimmt noch heute demüthig vorihrer Tugend und freudenreich vor der deutschen Hoffnung der Zukunßauf ihrem Grabe den Hut ab und spricht:sie waren edel u»dgroß wie ihre Feldherren. Hierher sollten die Söhne un-srer Könige und Fürsten geführt werden zur begeisterndenErinnerung und zur stillen Andacht und zum Dank, daßsie ein so edles und tapferes Volk zu regieren und zu de-herrschen berufen sind."

Bis hierher der alte deutsche Ehrenmann Ernst Moritz Arndt, dewich, ein es ehrlich meinender preußischer Soldat, in ächtem deutschen ^fühle laut die Versicherung zurufe, wie seine kräftige Sprache auch gleich vielen Tausenden vor und nach mir mit wahrer Ehrer-bietung für ihn erfüllt hat.

Verfolgen wir'nun unser Thema.

Es ist Thatsache, daß zufolge Napolcon's Befehl dein Derbl"^unsers Oberst Gneiscnau in preußischen Diensten zuerst Hindernisse