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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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^'tet wurden. Die näheren Umstände sind mir unbekannt geblieben;gewiß aber ist's, daß der damalige Weltbehcrrscher in Gnciscnau bereitseinen seiner heftigsten Gegner erkannt hatte. Aus Gneisenau's Briefen,welche er in damaliger Zeit an seine intimsten Freunde, namentlich anden Grafen Münster geschrieben hat, ist ferner zu ersehen, daß unserHeld in dem Sommer 1812 durch Rußland, Schweden nach England^ste, überall die Hauptidee, welche sein ganzes inneres und äußeresAben glühend durchdrang und gestaltete, für Deutschlands Be-^eiung von des Uebermüthigcn Joch wirkte, schaffte und^rgte. Erst im Beginn des folgenden Jahres, 1813, kehrte derselberwf den heimathlichen Boden zurück.

Es würde uns wohl zu weit führen, die verschiedenen Briefe, welche'ch vorstehend erwähnt und die in Hormayr's Lebensbildern sich vorfin-wörtlich zu citiren. Wir übergehen sie als allgemein bekannt, und^ben nur zwei derselben heraus, die über die innere Geistes- und Gc-^thsstimmung unsers Helden zur Zeit der tiefsten Erniedrigung desMischen und preußischen Vaterlandes geschrieben sind und als höchstcharakteristisch hervortreten. Hier sind dieselben.

An den Grafen Münster.

Berlin, den loten März 1812 .

So ist also Alles vergeblich gewesen, was der großmüthige

Prinz-Regent für Uns gethan hat!! Wir haben-einen

Unterwerfungsvertrag unterzeichnet-der Blut und Ver-

mögen des Volkes fremder Willkühr Preis giebt, und die KöniglicheFamilie der augenfallendstcn Gefahr bloßstellt! Ew. Excellenz Neffewird das Detail über diesen-Akt aus meinem an ihn gerich-

teten Briefe mittheilen, da es mir zu viel kostet, diese mein Gefühlempörende Erzählung zu wiederholen.

Als im Jahre 1808 uns in Königsberg die Nachricht von den^ayonner Vorfällen erreichte, sagte der König:Mich soll er (Bo-"apartc) wohl so nicht fangen!" und nun giebt er sich seinem bit-tersten Feinde, Hände und Füße gebunden, hin, der ihn sicherlich,Estern Rußland besiegt werden sollte, vom Throne stoßen oder,