Buch 
2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
Entstehung
Seite
323
JPEG-Download
 

323

So will ich meinen Aussprnch von vorhin verstanden wissen.

Oft auch fügte es sich, daß unser Held Gnciscnau mit verständiggeführtem Griffel in unauslöschbaren Charakteren riesige Umrisse aufGranitblöcke das ist Strategie verzeichnete, welche dann dergewaltige Held Blücher mit der scharfen Spitze seines Säbels, genauder Vorschrift folgend, plastisch auszuhallen das ist Taktik undöu bearbeiten wußte. Daß aber auch unser Held Gnciscnau meisterhaftden Degen vereint mit dem Fcldhcrrnstabc zu führen verstand, haben wirin der gänzlichen Vernichtung des bei Belle-Alliance zu Boden geworfe-nen fränkischen Kolosses wahrlich sehen und bewundern können.

Diese wenigen Zeilen sind für die, welche vermeinen, durch Herab-setzung des Werthes des Einen den Werth des Anderen zu erhöhen.

Nach dieser leichten Abweichung nehmen wir wieder den Tert auf,Uw wir denselben auf umstehender Seite unterbrochen haben.

Gneisenau war lebenslang mit der gemessensten Ehrerbietung undErgebenheit seinem alten Feldherrn treu zugethan; wir könnten viele dersittlichsten Züge hier anführen, welche von der innigsten Scelcnverbrü-derung beider Feldherren sprechen.

Vernehmen wir hier nur zwei, welche in Aller Herzen, in jederSprache und in jeder Schrift nachklingen und nacherzählt werden. Be-'''chterstattcr hat solche in Holland, England und selbst in Spanien öftersgehört und gedruckt gelesen.

Als im Mai 1814 die verbündeten Monarchen der Einladung desMinzen-Regenten nach England Folge leisteten und von Paris nach^udon gingen, befand sich auch auf ausdrücklichen Wunsch des Negen-Een der alte Fürst Blücher unter ihnen.

Es ist bekannt, daß unter andcrm bei einer großen Feierlichkeit, welche^ Universität Orfort zu Ehren der hohen Gäste angeordnet hatte, dieD°ctvrswürde an die Monarchen selbst vertheilt wurde. Auch unsermFürsten Blücher ward dieselbe zuerkannt; dagegen sträubte sich aber^ Alten soldatisches Gefühl, den Doktorhut wollte er durchaus nicht"uf den frischen Siegcslorbeer drücken; da er jedoch den wiederholtenAufforderungen dieserhalb nicht entgehen konnte, so hat endlich Blücher

den denkwürdigen Worten eingewilligt:

21*