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denz zurückgekehrt, und stand jetzt beim jubelnden Einzüge seines Feld-herrn ungesehen und schweigend in einem bescheidenen Nebengebäude des)um Triumph geschmückten Brandenburger Thores; aber seine edle Man-nesbrust durchglühte das Wonnegefühl, durch seine Gegenwart beimEinzüge auch nicht einen Frcudenlaut und eine Ehrenbezeugung demFeldherrn und den braven Heimkehrenden entzogen zu haben.
Wahrlich, ein erhabenes Beispiel ächt königlicher Hoch-herzigkeit.
Jeder in der laut jubelnden Volksmenge, sowohl Männer als Frauen,Vornehme und Geringe, becifcrten sich, wie ich schon vorhin sagte, demölten Fürsten in's Heldenauge zu schauen und zu begrüßen. Und oftd>ar das Gedränge so stark, daß der alte Blücher beinahe den Umar-mungen des Volkes, dem Herzen und Drängen unterlegen hätte. ManUmhalste sogar das Thier, welches ihn trug, und umklammerte in derEkstase dessen hufbeschlagene Füße.
Da rief öfters mit Frcudcnthräncn in den Augen unser alter VaterVliicher:
„Kinder, Kinder, ich unterliege der Freude; ihr erdrücktMich complct mit euren Liebkosungen; ja, ich ersticke unterElchen Huldigungen. Glaubt mir's nur, ich bin es nicht^iein gewesen, der den stolzen Feind besiegte; sondern der,sicher hier neben mir reitet, hat durch sein weises Han-dln in größter Gefahr an meinem Ruhme und des Vater-lunds Befreiung den höchsten Antheil."
Alles staunte über diese hochherzige Rede, — es war wirklich, als^ jene Zeit nur göttliche Gefühle erweckt und gepflegt hätte, — und>°der wandte den Blick nach dem Manne, welcher schweigend und be-scheidenen Sinnes, den Hut tief in's männlich schöne Gesicht gedrückt,^hc zur Seite des alten Feldherrn ritt.
Es war dies aber unser Held, der Gcnerallieutenant^*6f Neidhardt von Gncisenau*).
Aus denn tlnlieä Service 4«>ir»->I, ninnil, »l äun« 1835, Journal -le I» Il-ye>n»rs 1833, ^n>sler<l!>msel>e tlnur.E 1833 »der 34, Nellerl-mäscl,« 8«->->»'L»„--anc 1833. und dem Lernn-I!-," spanisches Balksblatt 1839, entnommen.
Anm. des Erzählers.