tafel, täglich zwischen 3 bis 5 Uhr, führte uns Alle in die unmittelbare^ähe unsers herrlichen Marfchalls.
Ich könnte und möchte so gern meinen Lesern die Bemerkungen undBeobachtungen fast wörtlich mittheilen, welche ich mit der möglichstenPünktlichkeit zu jener Zeit in mein Tagebuch aufnotirte; somit dürfte^ denn auch gewiß allein nur im Stande sein, über des seltenen Man-"ss Wirken, Denken und Handeln in dieser seiner letzten glänzenden Le-^Wperiode, als Feldherr an der Spitze einer Armee, genau zu berichten.
Es ist mir und gewiß jedem Manne (besonders in der Jetztzeit,welche lxxr und trocken an Kriegs- und Heldenthaten ist) ein wahresGaudium, ein köstliches Labsal, einer unbeschreiblich großartigen Vergan-genheit jeden Pulsschlag und jedes Wort abzulauschen. Und ganz be-sonders und vor allen dem Militair, dessen Beruf in eine Zeit fällt, die"Nr materiellem Gewinn und nur materiellen Verdiensten, d. h. sol-len, wo hör Dienende zuerst für sich selbst sorgt, huldigt.
lange Frieden beglückt Alle, aber er drückt schwer auf den ächten^icgcrstand — sehr schwer — und auf daß wir nicht sinken, so wollenuns festklammern an die einzigen Stützen, die uns geblieben sind,""d den Geist sonnen und kräftigen in dem Heldcnleben unserer Vater und""lerer älteren Brüden
und
2ch hoffe, mir den Dank und die volle Ancrkenntniß meiner jungendurch diese Worte der aufrichtigsten Theilnahme zu erwerben.Der General Carl von Clausewitz war ein entschiedener Liebling,wehr noch als dies, der treuste Freund unsers Feldherrn. Beide,^neisenau und von Clausewitz, hatten sich in den gewichtigsten Jah-Und Verhältnissen ihres viclbcwcgtcn Lebens kennen gelernt, und ge-^uscitige Liebe und Achtung schürzte das Band ihrer Freundschaft. Der»des Stabes, klug, liebenswürdig und hochgebildet, hielt jedoch dieußern Formen, welche ihn vermuthlich vor den Augen der Welt von sei-Feldherrn entfernter stellen sollten, als es wirklich der Fall war, sogar^ ^uigrr Affcctation (wie mir es schien), aufrecht. Und ich habe es^»"^uchmal gehört, wenn der traulichste Zuspruch in der UnterhaltungWen, ^^enschall gegen Clausewitz gebraucht wurde, daß dieser Letztere,"ur ein Einziger von den Untergebenen gegenwärtig war, die re-