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Auf diese Weise ordneten sich schnell die Verhältnisse. Jeder fühlteHch frei und glücklich, und doch hätte es Keiner je gewagt, nur einenAugenblick oder nur mit einem einzigen Worte anzudeuten, wie ihn die^gliche Gewohnheit in seinem Benehmen sicherer und dreister gemacht^be. Nur zwei Mal bemerke ich während fünf Monaten, daß bei der^felgcscllschaft ein mehr als halblautes, daher vorlautes Wort sich hö-f ließ, bevor der Fcldmarschall, gewöhnlich schweigsam und nachden-^ud, durch sein Eingreifen in die Unterhaltung die Erlaubniß oder Ver-fassung dazu ertheilt hatte.
Zu seiner Zeit will ich das hier eben Bemerkte näher belegen.
Es wird vielleicht hier nicht am unrechten Orte sein, wenn ich mei-
Lesern versichere, daß ich mit derselben Ausführlichkeit, wie ich bcgon-^u, die Erzählung von jener unvergeßlichen Zeit meines Aufenthalts im^use des Feldmarschalls fortsetzen werde, um ein - für allemal den Vor-kurs einer will- oder unwillkührlichcn Weitschweifigkeit von mir abzuwen-
den.
Die letzten Monate aus dem Leben unsers Helden sind für Jeden,
^ hauptsächlich für die, welche sie mit durchlebten, von höchstem Jn-^ werde daher Details erzählen, wo ich es vermag, denn jedesf und jede noch so einfache Bewegung, welche uns das innere Le-
des großen Mannes, dessen Andenken wir hier feiern wollen, in's
den
^dächtuiß zurückruft, muß, wie ich eben gesagt, auch von allgemei-Dichtigkeit sein.
^ müssen uns zwar, weil weder gute Materialien, noch Gelcgcn-' "vch glückliche Verhältnisse uns begünstigen, um das Riescnlcben^ Feldherrn wie in einem Guß darzustellen, uns unserseits damit zu
fschäd
zu
der
>gen suchen, mit einzelnen, aber kräftigen Grundzügcn den Mann
lehnen, der unsere glühende Bewunderung als Militair aufregt, und
"usere Verehrung als ein hochgelehrter und weiser Weltmann und als
sicher Mensch ,'n steten, unbedingten Anspruch nimmt.
^ ^s zehn Tage waren vielleicht vergangen, ohne daß mir in die-"u Uc
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Ueuen Verhältnisse irgend eine bestimmte Beschäftigung zugewiesendies quälte mich; ich wandte mich daher mit der Bitte an Gene-
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Clausewitz, mir Arbeit zu geben. Vergnügungen, Diners, Gc-
"ften, Spazierritte und Besuche des Theaters fiillten allein und nur