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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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ES mochte wohl wahrlich nicht im Willen Grolman's liegen, sichleicht fangen zu lassen; auch hatte sich das Frcmdenbataillvn unter st>-ncm Befehl so vortrefflich geschlagen, daß ihm der großmüthige Feindbei der Capitulation freien, ehrenvollen Abzug zusagte und dessen softr-tige Auslieferung gegen eine gleiche Anzahl gefangener FranzosenAlicante festsetzte. Darauf vertrauend, unterblieben die bereits von Grol-man zum Durchschlagen genommenen Maaßregeln; unser Kriegsheld er-gab sich mit seinem Bataillon, wurde aber treubrüchiger Weise entwaffnnet und, wie ich schon gesagt, als Gefangener nach Frankreich abgeführt-

Nach vielen vergeblichen Versuchen zu entkommen, gelangte er nachBeaune im Departement (lots 6'or. Hier gab der Wechsel seines Quar-tiers ihm die beste Veranlassung, seinen langst gehegten Wunsch endlichin's Werk zu stellen. Sein Diener, Erdmann Ragusc, ein ehrlich^Landsmann von ihm, stand ihm hierbei, wie immer vorher, treulichSeite. Gensd'armcn und Polizei beobachteten und rcvidirtcn die Gefan-genen; die Einen suchten Grolman in der alten Wohnung, und da sidihn nicht fanden, vermutheten sie ihn in der neuen, und so umgekehrtdie andere Partei der besoldeten Häscher. Dies gab unserm GrolnwNZeit zu entkommen, und glücklich erreichte er, nur des Nachts wandernd,das Gebiet der freien Schweiz. Dort fand er Schutz und Hülfe, underhielt auf einen fremden Namen seinen Reisepaß. Nun ging's »achFranken, wo er in dem Hause des Freiherr» von Notcnhan auf Rent-weinsdorf bei Bambcrg, seines spätern Schwiegervaters, die freundlich^Aufnahme fand.

Nehmen wir hier nun, freundlicher Leser, eine kleine Broschüre znrHand, und lesen wir, was Professor Luden in Jena uns über unserntapfern Landsmann weiter erzählt:

In den Osterfcricn des Jahres 1812 trat ein junger Mann

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mir ein, der mir zweiunddreißig bis sechsunddrcißig Jahre alt zu ss>"schien. An seinem Auftritt und seiner Haltung erkannte ich leicht dc»MMair.Ich bin"", sagte derselbe,der Hauptmann von Be-lach aus Berlin. Jetzt außer Diensten, beschäftigte ich mich mit wissen-schaftlichen Dingen, und möchte mich im Besonderen mehr mit dem Stm

dium der Geschichte beschäftigen. Daher habe ich Jena zu meinem

Auf-