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bewies, jener Aufstand, was möglich war selbst gegen Napoleon undÜme sieggewohnten Heere durch den einigen Willen eines Volkes. Be-kämt stand der Deutsche dem Spanier gegenüber. Aber die Schamwirkte; das Blut, das in Spanien vergossen wurde, strömte Feuer inb>e Brust der Deutschen. Und Nichts, weder kriegerische Ereignisse, nochb'Plvinatische Künste, von Pracht und Schein umgeben, wie bei derZusammenkunft Alcrander's und Napvlcon's in Erfurt, vermochte dieKamine zu löschen, wenn auch das Auflodern verhütet wurde. Hättebas Glück des Krieges im Jahre 1809 im Anfange für Oesterreich ent-lüden, so würde schon damals geschehen sein, was vier Jahre späterW)ehcn ist; Schill's kühnes Unternehmen würde nicht wie ein unglück-liges Abenteuer ausgelaufen sein, und keine fremde Macht würde sichGmen dürfen, für Deutschlands Befreiung gckämpft zu haben.
„Aber das Unglück vernichtete das Vertrauen nicht. Die Schlachtb°n Aspcrn gab einigen Trost; die blutigen Kämpfe der frommen, treuen,Uferen Tyroler regten tief auf; die Vorgänge in Spanien unterstütz-en, und bei allen Gewaltsamkeiten, welche sich Napoleon in der Füllelner Macht dergestalt erlaubte, daß er selbst seine eigenen Werke ein-stand die Ahnung fest, daß er nur um so schneller seinem Schick-l entgegeneile, und zwar einem andern Schicksal, als, nach Göthe'sAusdrucke, Roma an der Wiege ihres Königes gedacht hatte."
Nachdem uns Luden noch so Manches über die damaligen Verhält-lü und über den Druck, die Kränkungen und Demüthigungen, welcheCcntnerschwcrc auf uns lasteten, gesprochen, schließt er dies Themafolgende Weise:
„Und ich selbst habe einst einen Bauern helle Thränen vergießen^hen, weil sein Landesherr, den Hut in der Hand, neben einem Wageniu welchem Napoleon saß, den Hut auf dem Kopfe. Niemals istb°r Adel weniger beneidet und angefeindet worden, weil auch der Adel""d die Hohen das Joch eben so schwer auf dem Nacken fühlten, als^'de Nachbarn, Bürger und Bauern." —
Einige Monate nach dem Aufenthalt des HauptmannS Verlach in^»a g^ ein zufälliges Gespräch über Spaniens damalige Verhältnisse^ Veranlassung zu unsers edlen Kriegers freiem Auöspruche: