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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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den kräftigen Mann, dem gleich seinem Vater ein Jahrhundert besch'^den schien, vor der Zeit dem Grabe nahe gebracht.

Als ich im Winter 181? den General von Grolman in Berlindcrsah, war die hcrculisch-kräftige und schöne Kricgergestalt nicdcrg^drückt, das Haar gebleicht; das Feuer im dunkeln Auge glühte, aber eswar das Aufglimmen einer verlöschenden Heldcnsecle. Bei der groß^Truppenübung 1841 in Schlesien sah ich mein soldatisches Idealletzten Male in der Glorie eines vollendeten Feldherrn; seine Befehdseine Dispositionen, sein mächtiges Soldatcnblut beherrschte und cnth^siasmirte Alle. Staunen, Ehrfurcht und Bewunderung durchdrängtJeden, der ihm nahen durste.

An einem jener Abende sah ich den General von Grolman, ^mein Soldatcnsinn, wie immer bisher, mit dem glühendsten Gefühl ei-gegcnschlug, zum letzten Male. An eine Säule in prächtig geschmähtFeicrhalle gelehnt, in eifrigster Unterhaltung mit dem General NunuM'einem Abgesandten Louis Philipps zur preußischen Heerschau. Ein sch^ncs Heldenpaar" denn dem Franzosen, ein Ehrenmann und tüchtig^Soldat, wollen wir schon einmal die Auszeichnung gönnen, mitman hier zusammengestellt zu sein.

Ich bückte mich tief, als ich beim General vorüberging; es tvüldkmir zwar herzlich sauer wegen der schweren Verwundungen, die ich ^Spanien heimgebracht hatte; auch habe ich mich nie mehr vor Andern stgebückt.Wie gcht's, lieber R.?" dies waren seine letztenfür mich, sie klangen mir wie ein Himmclsgruß.

Im Himmel der Soldaten thronen nämlich, das glauben wir alttKrieger, dicht neben unserm ewigen Herrgott die Helden des Vaterlands

So war das Sterbejahr unsers Grolman's herangekommen; die

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vom Isten Juni führte ihn an den Rand des Grabes; ein unheilbarHcrzübcl und schwere Leiden siechten seinen Nicscnkörper zur Hk>^der Unsterblichen.

In den letzten Monaten seines Lebens empfing er die herzlichste bweise inniger Theilnahme und Verehrung. Jeder ehrte sich ja stlbstdurch am meisten. Ein alter Kriegsofficier und Feldsoldat, der

rallieutcnant von Hoffmann, in aufrichtigster Treue und Bewun

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