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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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aspirirte nach einer höheren Stellung, und hat solche, wie wir erfahrenwerden, sehr bald erreicht.

Sein Andenken ist nie mehr meinem Gedächtnisse entschwunden, undheute noch suche ich meinen jungen Seemann gern in der Erinnerungauf. Freilich muß ich dazu die weiteste Reise auf unserm Erdball zu-rücklegen, aber die Eisenbahnfahrt unserer Gedanken und Wünsche, be-sonders wenn die kräftigste Lokomotive des LebensFreundschaft" mitder Dankbarkeit am Tender uns führt, bringt uns augenblicklich an'sfernste Ziel. In den Gewässern unter'm Aeguator, im Hafen zu Ba-tavia, finde ich ihn wieder, den stattlichsten Marine-Officier, den ich je-mals gesehen.

Unter dem Admiral Koopman, dessen Lebcnsschiff mit der Gliicks-flaggc am Hochbord immer prächtig segelt, in stolzer Haltung vor An-ker liegt, und siegreich aus jedem Sturm und Schlag hervorgeht, com-mandirt nunmehr der ehemalige Adelborst, als erster Lieutenant tor --oe.eine Kriegscorvctte.

Derselbe hatte mich, wie sich vielleicht meine Leser noch zu erinnernwissen, vom kleinen Hafen von Liefkenshoek, am Morgen meiner Rück-kehr von der Citadelle, nach dem Hospital in Lillo gebracht, mich nocheinige Tage hindurch von der in der Nähe stationirten Euridicc öftersbesucht, dann Abschied genommen und mich allein gelassen.

In der ziemlich großen Cascmatte, wo die Kranken und Verwunde-ten lagen, hatte ich zwar recht viel, aber sehr unangenehme Gesellschaft.Junge Soldaten und Matrosen, deren Sprache ich nicht verstand, be-trachteten mich erst verwundert, dann halb mitleidig, dann kümmertensie sich nicht mehr um mich. Das war natürlich, da ich mir in mei-ner außerordentlich ungcmächlichcn Situation auch nicht die mindesteErleichterung verschaffen konnte, und eben so wenig einen freundlichenHanddienst begehrte; denn einmal verstand ich, wie gesagt, nicht die Wort-nvch weniger die Zeichensprache. Die Zeichensprache in so fern nicht,daß ich kein Stückchen klingendes Metall mehr mein eigen nannte, undGeld übt ja überall seine Zauberkraft. Wo keins ist, klingt es hohl.

In meiner innern Aufregung und herzlichen Dankbarkeit für diebeiden Matrosen, welche mich am Vorabende des heiligen Weihnachts-

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