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nierböte bewachten den Strom, dessen Ufer, seit dem Abzüge der Fran-zosen und seitdem die Belgier deren Stelle eingenommen, in friedlichsterRuhe und Zurückgczogenhcit versunken schienen; aber das Ein- undAuslaufen der Kauffahrcr wurde durch die Gegenwart der Kanonier-böte gar mannigfach erschwert, und nur unter befreundeter Flagge wurdedieses gestattet.
Die Lage der Forts Lillo und Liefkenshock, wie aus der beigehef-teten Karte zu ersehen ist, war demnach wirklich für Antwerpen sehr un-angenehm, und obgleich diese gcängstigte Stadt von der unmittelbarenNähe der Holländer befreit, nach beinahe drei Jahren wieder freien Athen'schöpfen konnte, so wurde ihr Handel immer mehr und mehr vernichtet;Rotterdam, als die stete Rivalin derselben, gewann dagegen außerordent-lich. So mag denn die Festhaltung der beiden Forts Lillo und Lief-kenshoek von holländischer Seite besonders durch merkantilischc Interessenbedingt worden sein, denn die militairischen schienen nicht immer im Augegehalten zu werden.
Als einen kleinen Belag zu dieser letzteren Voraussetzung ercerpireich Wort für Wort, was ich über jene Zeit in meinem damals geführtten Tagcbuche lese:
„Den Stcn Februar. Heute wehten auf allen Kirchthürmen der uM-liegenden Ortschaften, und auch auf unsern Schiffen, die Nationalflagge)die Wimpel, wenn auch festlich in die Lüfte flatternd, waren jedoch um-flort, und Jmmortellenkränze hingen an den Spitzen der Mastbäumc-Es ist heute nämlich zwei Jahre, daß sich van Spcyk in die Luft ge-sprengt hat. Dennoch wagte es ein belgischer H.t (ich erccr-
pire wörtlich) heute früh auf ein vorübersegelndes Kanonierboot, aufdessen Kanonen der Name des unsterblichen Helden prangte, zu schie-ßen. Und diese Kanonen haben nicht wiedergeschossen. Dies ist fastunglaublich!" —
Mein junger liebenswürdiger Freund vom Bord der Euridice, dervon dem ersten Augenblicke meiner Ankunft mit wahrhaft aufopfernderAnhänglichkeit sich meiner angenommen hatte, war in die Wintcrstatiouder Flottille mit eingerückt; die stolze Fregatte lag dort im faulen Ka-nalwasser; der junge Adelborst (deutsch „Adel in der Brust") aber