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3 (1851) Aus Spaniens Bürgerkrieg. 1833-1840 / von Wilhelm von Rahden
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ist. Hier bei Huesca fällt dies nun gänzlich weg, denn, wie gesagt,Kompagnieen, Bataillone, Eskadrone eilten einzeln in den Kampf.Jedes schlug seine eigene Schlacht. An ein Ordnen und Anlehnen derFlügel, überhaupt eine Aufstellung zu nehmen, daran war gar nichtzu denken. Und das Kommandowort konnte in solchem Gewirre undder sich überstürzenden Eile durchaus nicht gehört werden. Manmußte daher den Erfolg dem Schlachtenlenker da oben allein überlassen.

Nur im Centrum (4 Bataillone der Avantgarde) gab es einenAnhaltspunkt; dagegen hatte der Feind die außerordentlichen Vortheileeines geregelten Zusammenwirkens aller drei Waffen und des ruhigenEmpfanges der übereilt Anstürmenden; dazu fast die Hälfte mehrStreitkräfte und das Feuer von 14 wohlpostirten Geschützen, welchesdie Carlisten nur mit kleinem Gewehr erwiedern konnten. Und dennochwurde die Schlacht von Letzteren brillant gewonnen.

Es war dies bei Huesca ein vollständiger Sieg, der mit der gänz-lichen Vernichtung des Feindes enden mußte, wenn nicht dessen ge-schlagene und zerstreute Reste sich unter dem Schutze der hereinge-brochenen Dunkelheit geborgen hätten.

Es mochte 3 Uhr sein, als die ersten Granaten uns aus unseremsüßen Mittagsschläfchen ziemlich unsanft weckten. Ich rufe sogleich nachmeinem Dodo, so hieß mein baskischer Diener, und nach meinem Pferde.Umsonst. Ich eile augenblicklich selbst in den Stall, wo Dodo vomübermäßigen Genuß des fleißig kredenzten Weines, regungs- undWillenlos, so sicher schnarcht, als ob der Himmel ihn bewache. JedeMühe, ihn zu wecken, war verloren; ich sattle also selbst den munterenBraunen und nun gings hinaus im sausenden Galopp. Ich folgte demStrome und kam so außerhalb der Stadt auf einen freien Platz, umeinige Schwadronen von uns als eine Art Reserve aufgestellt waren.In ihrer Mitte hielt der König, den ich vor wenigen Minutender Stadt zu Fuß, geführt von zwei Männern im geistlichen Ornate,begegnet hatte.

Hier traf ich auch Rappard; ich bat ihn um eine Waffe, da ichaußer einer Pistole im Gürtel nichts dergleichen besaß. Er ließ m>eeine Lanze reichen, sie war aber so lang und mein Pferd so klein-