243
Mich durchzuckte die Erinnerung an den Ritter von der traurigen Ge-stalt; weit warf ich die Lanze von mir und jagte, mit der gespanntenPistole in der Hand, durch die Gärten links der Stadt, vorwärts indie Schlacht, mein „Adieu Bruder" dem zurückbleibenden Freunde zu-rufend. Es war dies auch ein ä Oieu.
Wenige Minuten noch und ich war mitten im lebhaftesten Gefecht;Kugeln und Granaten sausten und zerplatzten, Gewehrfeuer erdröhnteringsum. Die feindliche Infanterie bildete dort drüben rechts Quarrees:hier vor mir jagten die christinischen Cuirassiere, welche stets mit Lanzenbewaffnet sind, unsere Infanterie zu Paaren. Leider! denn ein Raillirenund Formiren der Massen war gar nicht zu erlangen; daran ist nuneinmal der Gebirgösoldat nicht zu gewöhnen. Ein eben angekommenesBataillon stürmt zu unserer Rettung den Lanzenreitern auf den Hals;sie machen Kehrt und Reißaus. Wir berittenen Offiziere alle hinterdrein.Da wendet sich schnell einer der Fliehenden, giebt dem GeneralSopelano dicht vor mir einen recht ordentlichen Hieb über die Stirnund sprengt davon. Der General bindet schnell sein weißes Tuch um
den Kopf und mit einem 6-ajo! hinterdrein. Dies ist dein Mann,
dachte ich, und so blieb ich fortan sein Partner im Gefecht.
Zur Rechten, vielleicht nicht 500 Schritt entfernt, stürzte unsere Ka-vallerie wie ein Unwetter hervor, und in die linken Flanken der bereitswankend gewordenen christinischen Aufstellung. Die Geschütze zogenschnell aus der Linie nach einer nahen rückwärts gelegenen, licht be-waldeten Anhöhe und verschwanden; die Bataillone standen jedoch wiedie Mauern; den immer wiederholten Angriffen der vorhin erwähntenrechten Flügel-Kolonne mußten sie aber endlich weichen. BrunoVillarreal, und unter ihm unser junger Fürst, führten jene Eskadroneund drangen immer heftiger vorwärts in die gänzlich entblößte, linkeFlanke der Christinos. Die fo aufgerollten Massen warfen sich nunuuf uns; Sopelano hatte aber seine vier alavesischen Bataillone inAngriffs - Kolonnen sormirt und es entspann sich hier ein sehr heißesJnfanteriegefecht, denn von allen Seiten rückten unsere braven Soldatenw die Schlachtlinie: „ä LUos! ä Mos!» (auf sie! auf sie!) war ihrUnunterbrochenes Kriegsgeschrei.
16 *