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Lehrbuch der Kriegsbaukunst : zum Behuf der Vorlesungen in Kriegs- und Ingenieur-Schulen / von J.G. v. Hoyer
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Zugang zu einer Eeeküste oder zu einem Gebirgsthalczu bewahren, oder wegen der davon ausführenden Land-straßen die zusammengehäuften Lebensmittcl und Kriegs-vorräthe leicht dem Heere nachzubringen rc. heißt einmilitairischcr Punkt, den man durch künstlicheHülfsmittel verstärken oder befestigen muß, je nachdemdie Natur schon an sich viel oder wenig für ihn gethanhat. Alle Befestigungen zerfallen dadurch in na»türliche und künstliche, und müssen die Bedingungerfüllen: daß eine, dem Umfange des Ortes angemes-sene Anzahl Streiter sich mit Vortheil gegen die ihnenweit überlegene Menge ihrer Angreifer vertheidigenkann. Ein durch die Kunst diesem Zwecke gemäß ein-gerichteter Ort heißt befestiget; könnte er dieses indem Maaße seyn, daß er nicht durch Gewalt zu bezwingen wäre, sondern dann erst übergeben werdenmüßte, wenn alle seine Munition verbraucht, seine Le--cnsmittel aufgezehret wären, würde man ihn unüber-windlich nennen müssen. Natürlich feste Orte sindunangreifbar, wenn ihre Lage auf einzelnen, hohenFelsen, oder mitten in unwegsamen Morästen die An-näherung des Feindes zu ihren Wällen gänzlich verhin-dert.

untkrs«!-» Die künstlichen Befestigungen sind entweder bc-

güng.»^' ständige (permanentes) mit Müsse in ruhigen Zei-ten für die Dauer erbaut, oder flüchtige (passaße-res), während des Feldzuges angelegt, und blos aufdas Bedürfniß des Augenblickes berechnet. Sie heißen

- im erstern Falle Festungen (korteresses oder places),von denen die Schlösser oder Citadellen eine Un-tergattung sind; im zweiten aber Feldverschanzun-gen (fortillcatiovs «ls csmpgßne). Zwischen beiden

H stehen die befestigten Städte (kortikcarious pro-

- visionelles) inne, die nur für die Dauer des Kriegesbestimmt sind.

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