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Lehrbuch der Kriegsbaukunst : zum Behuf der Vorlesungen in Kriegs- und Ingenieur-Schulen / von J.G. v. Hoyer
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Noch Kroßer ist dieser Einfluß aber bei dem Defilementder Werke, damit sie gegen das Einsehen von den ho-hem Punkten geschützt sind. Es ist hier Vortheilhaft,ja oft nothwendig: sich der vorwärts laufenden Anhö-hen durch starke, vorgelegte Werke zu versichern, sodaß der Feind die tiefer liegenden Linien nur allein vonvorn beschießen kann. Läuft die befestigte Fronte queecüber ein Thal; hängt die Stärke der vorgelegten Werkevon der Breite des Thales ab. Ist nehmlich letzteresnicht über 6c>o Schritt breit, wo folglich der Belagerergleichzeitig drei besondere Angriffe bilden muß, um nichtim Rücken beschossen zu werden; dürfen jene Werkenicht so stark seyn, als wenn sie einzeln mit einer gro-ßem und überlegenem Kraft angegriffen werden kön-nen. Wenn das Thal nur ein schmaler Grund, vonder Breite Einer Polygonseite ist; wird mitten in dem-selben mit mehr Vortheil ei» stumpfes Bollwerk gele»get, daß die Courtinen zu dciden Seiten den Berg hin-an laufen. Hier liegen die Spitzen der beiden Ravr-line auf dem Kamme der anstoßenden Höhen; sie kön-nen daher eben so wenig enfiliret werden, als die Fa-cen des Bollwerks, deren Verlängerung hinter jenefällt. Die Flanken befinden sich schon auf dem Fußder beiden Anhöhen und sind daher dem feindlichenFeuer gleichfalls entzogen. Ja, sie sind ganz entbehr-lich, und bleiben besser weg, sobald die Anhöhen nukeinigermaaßen steil ansteigen, weil sie nun ihre Bestim-mung nicht mehr erfüllen können; die Fayen der Nc-benbollwerke zu bcstreichen.

Dauban hat zwar zu Brest und an einigen andern Orten, dieCourtine quecr über den fchmalen Grund gezogen, «ine Co»'struction, die auch hm !. c. empfiehlt; allein, hier enß'liren die Ersten Batterien des Feindes auf den vorliegendesAnhöhen die Faoe des RavelinS, den Bedeckten Weg und dieeingehenden Winkel zugleich mit den Flanken der beiden