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2 (1822) Zweiter Band welcher einen Nachtrag zum ersten Bande, die Lehre über die Kugelbahn und Wahrscheinlichkeit des Treffens, und ferner eine Abhandlung über die Artillerie der englischen Marine und einige Nachrichten über die preussische Artillerie enthält / von Carl Friedrich Borkenstein
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klirrn großen Schritt zur Verbesserung vorwärts thun würbe». Man hat in Hannoververmittelst eines ln Herzberg verfertigten Instruments, einer großen Feder, auf daS ge-«aueste die Kraft zu bestimmen gesucht, weiche die Pferde anwenden, um ein Fuhrwerkzu bewegen, nnd man hat dadurch gefunden, baß auf schlechten Wegen, Im Sande u.s.w.die angewandte Kraft der Pferde, bei breiten Feigen bedeutend gerin-ger war als bei schmalen Felgen.

XXIV.

Eine andre sehr wichtige Untersuchung geschah mit eisernen nnd hölzernen4! ch sen. Der Verfasser hat in einem ausführlichen Protocoll dir Resultate dieser Ver-suche, zu betrachten Gelegenheit gehabt, und mit Verwundernng daraus ersehen, daßbei Fuhrwerken, welch« große kästen transportiren, bei hölzernen mitStahl belegten Schenkeln und gewöhnlichen kurzen eisernen Büchsen in der Nabe, dieangewandte Kraft der Pferde stets geringer war, als bei eisernen Schenkelnstatt fand, welche eine« halb so großen Durchmesser, als die hölzernen hatte»,und bei denen die Dächse» in der Nabe von Messing ober Kanonmetall waren.

Bei geringen Lasten hingegen, den gewöhnlichen Gewichten der Feldkanvne»,hatten die eisernen Schenkel in Büchsen von Kanonmetall, Vorzüge vor den Hölzerne»,mit Stahl belegten Schenkeln und kürzern Büchsen in der Nabe«

XXV.

Das erste Resultat streitet mit allen bis setzt angenommenen Theorien über die me-chanischen Kräfte zur Ueberwindung der Friktion des Schenkels in der Nabe.

Man hat den» Verfasser hierüber in Hannover folgend« Erklärung gegeben: Beigroßen Lasten drückt fich die eiserne Achse in das weiche Kanvnmetall der Büchsestärker ein und vergrößert dadurch die Friction, während hölzerne mit Sta^ belegt«Schenkel, sich nicht so lies in die eisernen Büchsen eindrücken und also keine so groß«Friction hervorbringen können, welche alsdann dennoch leicher überwunden wird, obgleichder hölzerne Schenkel stärker ist als der eiserne. Bei geringern Lasten hingegen istder Eindruck, den der eiserne Schenkel in die Büchse 'von weichem Metall macht, «ich«so bedeutend, so daß in diesem Fall, der dünne eiserne Schenkel, seine Vorzüge vor demstärkeren hölzernen behält.

XXVI.

In Rücksicht dcr Höhe, welche man den Rädern der Kanonen nnd sonstiger Artille-riefuhrwerke geben soll, mögen hier noch folgende Bemerkungen Platz finden:

Es herrscht ln gebirgigten Ländern das allgemeine Voruvthril, daß man hier keinehohe Räder habe« müsse. Hat man denn wohl in gebirgigten Ländern die Erfah-

Sweiter Wand. D

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