bri kleinen Rädern seltener geschiehet, so mag dieses wohl die Ursache seyn, warum mandiesen den Vorzug giebt. Es ist aber bei den Artilleriefuhrwerken, bei denen stets Mann-schaft genug ist, das Umwerfen im Gebirge, eben so wenig als in der Ebene zu befürch-ten, und folglich fällt dieser Grund ebenfalls weg. Man könnte aber sogen, in gebir-gigten Ländern sind die Wege im Allgemeinen fester und selten tief ausgefahren, so daßman hier die Vortheile, welche hohe Räder geben, gern entbehren kann, indem es aufsehr ebenen und harten Wegen beinahe gleichgültig ist, ob ^>ie Räder hoch oder niedrigsind, weil man nur auf schlechten, höckerichtcn und sandigen Wegen, in einem leimigenToden, auf welchen Wiesen, und in Moorgegenden, die Vorteile besonders genießt,welche hohe Räder gewähren. Es werden aber vorzüglich im Gebirge, die Wege in Re»grnzelt oft außerordentlich verdorben; kleine Bäche ergießen sich darüber hin, höhlen sel-bige aus, wobei oft hohe Absätze entstehen und Steine losgespült werden, über welchehohe Räder leicht fortkommen, während kleine davor st'hen, oder in der Vertiefung sin-ken bleiben *). Ein Artilleriefuhrwerk muß für den Feldgebrauch eingerichtet seyn; manfährt nicht immer auf Chausseen, welche einen festen Grund haben; man hat gepflügteArcher, welche Wiesen und Sümpfe und beschwerliche Nebenwege zu passiren; man mußüber kleine Zäune setzen und über kleine Gräben wegfahren können; darum sind beson-ders in gebirgigten Ländern hohe Räder zu empfehlen.
XXIX.
Scharnhorst will den Protzen Z Fuß und den Lasteten 6 Fuß hohe Räder geben.Fünf Fuß hohe Räder der Protze, möchten nur alsdann gebraucht werden können, wenndie Lasteten auf englische Art eingerichtet sind; aber bei gewöhnlichen Lasteten können bei5 Fuß hohen Rädern keine kurze Wendungen statt finden. Sechs Fuß hohe Laffetenräderwürden aber ohne Zweifel zu hoch seyn, wenn man die Unbequemlichkeiten betrachtet,welche dadurch bet der Bedienung des Geschützes entstehen. Man könnte bei 6 Fuß ho-hen Rädern, die Kanone, vorzüglich wenn sie kurz wäre, nicht bequem abfeuern, indemdaS Rad dem Zündloch zuviel vorbeiginge u.f.w. ES scheint deswegen, als wenn eineHöhe von 5 pariser Fuß das Maxlmum der Höhe der Räder des Feldgeschützes sey.Wenn man nun englische Lasteten und Protzen und Munitionswagen hat, so können diesämmtlichen Räder derselben bei allen Kalibern von einerlei Consiruction seyn.
») In Norwegen kennt man das sogenannte Lällegröb zu gut, um nicht zu wissen, daß niedrigeRäder dabei bis an die Achse versinken, während die hohen leicht darüber wegfahren, oder leicht ausder Vertiefung herausgezogen werden können, in welche sie plötzlich versinken. Man kommt bei ho-hen Rädern gut vorwärts und Pferde und Menschen werden geschont.
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