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ä« l'^oaäemls Loysl« cke icrioocs, on 1765 psx. z 53 ) selbst die gehörigen Mittel an,um die Versuche zweckmäßig anzustellen. Sein Vorschlag ist ungefähr folgender:
„Man läßt Kanonen von verschiedenem Guß verfertigen, welche verschiedene Grade„von Härte, und specifisches Gewicht (Dichtigkeit) haben, zwanzig oder dreißig„Stück von jeder Sorte. Diese werden mit verschiedenen Ladungen probirt, welche„anfangs schwächer find und stets stärker genommen werden, bis die Kanonen zerfprln«„gen." Man wird nun durch diese in gehöriger Anzahl angestellten Versuche ganz be-stimmt erfahren, ob der Widerstand, den eine Kanone gegen starke Pulver-ladungen leistet, mit dem specifischen Gewicht und also mit der Oich-- tigkelt ihres Gußeisens wirklich zunehme, oder nicht.
Ferner wird man daraus das Mazstmum der Ladung kennenlernen, welche «ineKanone voneinem gewissen specifischen Gewichte und einer gewissen Metallstärke aushalten kann, auchwird man daraus festsetzen können, welches specifische Gewicht das Gußeisen haben muß,wenn man steh von den Eisenwerken gute Kanonen liefern lassen will, auf deren Dauerman sich verlassen kann, ohne fie vorher mit starken Ladungen probire« und verderben zumüssen *).
XXXVI.
Es würden aber diese Versuche noch vollständiger werden, wenn man damit die §. 46 erwähn-ten Versuche mit Kanonen von verschiedener Metallstärke in Verbindung brächte. Ich werde an-nehmen, man habe bei den Versuche« nurdreierlel Guß gehabt, wo bei man ungefähr nur dreierleispecifisches Gewicht erhalten wird, so gäbe dieses in Rücksicht auf dies« ; specifischen Schwe-ren, Lv. z—Lc> Kanonen. Allein da dies« Kanonen von jedem Guß noch mit z verschiedenenMetallstärken, nehmlich mit i Kaliber winu,; Zoll, r Kaliber, und »Kaliber plu« 4 Zoll con-struirt werden; so wird die Zahl der 24pfünder, weiche man zur Probe gießen lassenmuß, z . 60 — igo Stück betragen. Wenn man nun mit diesen sämmtlichen Kanonen,(am besten in beinahe vertikaler Richtung gegen die Erde gestützt, und mit einem Cylin-der von Gußeisen geladen, welches den Vortheil Hat, daß man viel Pulver dabei erspart)die Probe bei Verstärkung der Ladungen, bis die Kanonen zerspringen, vornimmt, undwie sich von selbst verstehet, ein genaues Protocoll darüber führen läßt, so wird man_ _ dadurch
*) Verschiedene Artilleristen sind der Meinung, daß man die Kanonen wenigstens niit einer doppelt s»starken Ladung probiern müsse, als die zum Dienst vorgeschriebene ist, damit man sicher seyn könne,daß selbige auch alsdann nicht zerspringen, wenn sie aus Versehen nut zwei Schüssen geladenwürden. Diese Regel scheint zwar sehr weise und vorsichtig zu seyn, tllein man kann bei.einer sol-chen Gewaltprvbe, wie Montalembert hinlänglich gezeigt hat, eine gute Kanone verderben.
> Man muß also lieber voraussetzen, daß dergleichen Uebercilungea bei geübten Artilleristen nicht stattfinden können; daß diese es entweder stets wissen werden, ob ein Schuß in der Kanon« sey oderisicht, oder es doch wenigstens beim Laden erfahren werden.