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4/1 (1833) Vom Anfange der Kreuzzüge bis zum Ende des fünfzehnten Jahrhunderts / nach den Quellen bearbeitet von F. v. Kausler
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fiel in Tarier eds Gewalt. Artasia öffnete Tancrcdseine Thore und Rodwan blieben von seine» Städtenin kurzer Frist nach diesem Siege nur noch Haleb, Ha-mäh und Alharcb.

1104 . Belagerung und Eroberung von Tripolis.

1109 .

Graf Raimund von St. Gilles, der schon seitdem ersten Kreuzzuge damit umging, sich eine Herrschaftin Palästina zu erwerben, warf seinen Blick auf die reicheStadt Tripolis und warb zu diesem Zwecke die Genue-ser nach dem Fall-e von Akkon. Die Streitkräfte, welcheer vor diese Stadt führte, betrugen kaum 400 Mann,während Tripolis von so viel tausend Sarazenen ver-theidigt ward, und an dem Türken Fachr elMolukEbn Ammar einen thätigen Befehlshaber hatte.

So lange die Belagerung dauerte, kam es täglichan den Mauern der Stadt zu blutigen Gefechten. Beidieser Gelegenheit baute Raimund zum Schutze gegendie Uebcrfälle des Feindes das später berühmt gewordenePilgerschloß, von wo aus er den Einwohnern voniioZ. Tripolis das Trinkwasser abschnitt. Graf Raimunderlebte den Fall dieser Stadt nicht. An seine Stelletrat Wilhelm von Cerdagne als nächster Bluts-1108. ffeund des Verstorbenen. Trotz seiner hartnäckigen An-griffe leisteten die Sarazenen drei Jahre lang kräftigenWiderstand. Endlich durch die Christen aufs Aeußerstegebracht, entwich Ebn Ammar nach Bagdad, um denChalifcn um Hülfe zu stehen. Als er jedoch allzulangesäumte, empörte sich ein Theil der Einwohner gegen dietürkische Besatzung und zwang diese, sich nach der festen