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4/1 (1833) Vom Anfange der Kreuzzüge bis zum Ende des fünfzehnten Jahrhunderts / nach den Quellen bearbeitet von F. v. Kausler
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I

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im, Belagerung und Eroberung von Pulset.

Auf dem Reichstage, welchen König Ludwig VI-von Frankreich zu Melun hielt, erhpben sich von allenSeiten Klagen gegen die Räubereien und Bedrückungendes Ritters Hugo von Pulset, dessen festes Schloßzwischen Chartres und Orleans lag. Da Hugo sichweigerte, zu seiner Vertheidigung vor dem Könige zuerscheinen, so beschloß dieser, in Person seine Truppe"gegen ihn zu führen. Gras Thibaud IV. von Char-tres und B lo is verstärkte das königliche Truppencorps,woraufHugo in seinem Schlosse Pulset belagert wurde.Trotz seiner muthigen Vertheidigung ward das Schloß vonmehreren Seiten erstiegen und Hugo, der sich in den» Hauptthurm zurückgezogen hatte, zur Übergabe gezwun-,gen. Ludwig VI. befahl die Schleifung von Puiset,Graf Thibaud dagegen bestand darauf, daß diesesSchloß zu Befestigung seiner Grenze ihm ausgeliefertwerde; wegen dieses Streites brach offener Krieg zwi-schen Ludwig VI. und dem Grafen Thibaud aus.

Der König ertheilte dem gefangenen Hugo vonPui-set die Freiheit und schied ihm die Erbschaft des ebenverstorbenen Grafen von Cord eil zu, auf welche auchThibaud Anspruch machte, unter der Bedingung je-doch, daß die Werke von Puiset nicht wieder aufgebautwerden durften. Kaum sah sich jedoch Hugo in Frei-heit, als er in geheime Verbindung mit Thibaud ge-gen den König trat und die Werke des Schlosses Puffetwieder herstellte. Von hier aus verübte er nach gewohn-ter Weise die alten Räubereien wieder gegen seine Nach-barn.