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4/1 (1833) Vom Anfange der Kreuzzüge bis zum Ende des fünfzehnten Jahrhunderts / nach den Quellen bearbeitet von F. v. Kausler
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Gottfried von Serans an der Spitze der Ritteraus der Provinz Velin, allein mit eben so wenig Er-folg. Bei diesem Anblicke ergriff König Ludwig VI.wit dem Reste die Flucht, und beeilte sich, Andely zuZeichen. Sein Banner und 140 französische Ritterwurden gefangen. Er selbst hatte ein Pferd verlorenund rettete sich nur mit Mühe zu Fuß unter demHaufen der Flüchtlinge. Auch König Heinrichschwebte in diesem Treffen in der äußersten Gefahr undehielt zwei Hiebe mit einer Streitaxt, die ihm dasBlut aus Mund und Nase trieben, obwohl sein Helmdenselben widerstand.

Einnahme von Andely.

Während des Krieges, welchen König Ludwig VI.*wli Frankreich gegen Heinrich I. von England ind" Normandie führte, ward Ersterem von einem Ein-wohner von Andely, Namens Ascelin, das Aner-dwtei, gemacht, heimlicherweise französische Truppen indiese Stadt einzuführen. Eine Abtheilung derselbenward von Ascelin in eine Scheune versteckt, woraufLudwig VI. mit seinem Heere auf einer andern Seite^>>e Angriff ausführte; in diesem Augenblicke nähertenHch die versteckt gehaltenen französischen Truppen einemd^r Thore unter dem englischen Schlachtrufe:GottWit uns!" gleichsam als eilten sie zur Vertheidigungdor Stadt herbei; da nichts sie von den englischen Kric-gerii unterschied, ward ihnen das Thor geöffnet; kaumhatten so sich desselben bemächtigt, als sie das Feld-

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