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1126.IS. Fcbr.
Treffen bei Chlumetz.
Markgraf Otto von Mähren machte Ansprücheauf das Herzogthum Böhmen, in welchem Sobies-law seinem Bruder Wladislaw gefolgt war. Esgelang ihm, den deutschen König Lothar H. zu dem ^
Versprechen zu bewegen, er wolle ihn (Otto) mitWaffengewalt den Böhmen aufdringen.
Herzog So dies law rüstete sich zum kräftigen Wi-derstände und zog seine Streitkräfte bei Chlumetz imKönigsgräzer Kreise zusammen, wo er das deutsche Heererwartete.
Markgraf Otto hatte den König überredet, es be-dürfe in diesem Streite keiner Waffen, jeder Böhmewerde freiwillig auf seine Seite treten. Ohne alle Vor-sicht rückte daher das deutsche Heer, welches nur etwa ^3000 Mann stark war, zwischen zwei hohen Bergrückenvorwärts, wo der enge Raum jede Entwicklung unter-sagte; außerdem hatten viele Deutsche wegen des tiefen ^Schnees ihre schweren Waffen zurückgelassen. An derengsten Stelle des Weges überfiel Sobieslaw mitseinem an Zahl überlegenen, in drei Abtheilungen ge-theilten Heere plötzlich die Deutschen, entweder durcheigene Klugheit auf diesen Plan hingeleitet, oder, wieÄndere wollen, durch verrätherische Mittheilungen eini-ger Großen in Lothars Umgebung hiezu angewiesen«
Der Sieg der Böhmen war vollständig; an 500 Deutschewurden getödtet, eine noch größere Zahl wurde gefan-gen, und nur was beim Gepäcke zurückgeblieben warund die nächste Umgebung des Königs rettete sich auf