an der Entführung der Cappelerscher Kinder auchnur den geringsten Antheil gehabt haben mogten.Zur Vermeidung grösserer Unruhen und auf drin-gendes Erinnern so wol der unpartheiischen Kan-tone als des französischen Bottschasters ließ es end-lich im I. i66g. Zürich geschehen / daß die Ent-führer der Kinder um eine Geldbuße von iroo.Gulden angelegt werden.
Auch bey dem Wigoldinger - Handel, der einJahr hernach, im 2- 1664. ausbrach, hatte sich sowol die eine als die andere Religionspartei Lurchübertriebenen blinden Eifer vergangen. Ioh. Ja-kob Wagner von Huntweil, Luzernergebietes, hat-te für seinen Hauptmann, Iost Flekenstein, einenLuzerner, zu Konstanz Soldaten geworben. Mitdenselben bey 4z. stark zog er am Pfingsttage 1614.ohne einige Anmeldung und durch Abwege über denthurgauischen Boden. Zu Lipperschweil hatten sieden reformirten Gottesdienst selbst mit entblößtemDegen gestört. Ganz ausser sich eilte eine Weibs-person Anna Gilgin, aus der Kirche dem nächstenDorfe Migoldingen zu. Während der Predigtmachte sie daselbst ein grösseres Geschrei, als nöthigwar. Dadurch jagte sie das Volk unter die Waf-fen. ES griff die Soldaten auf der ungewohntenStraß' an, schlug fünfe todt, und verwundete oderarrestirte mehrere. Zu gleicher Zeit leutete es die
Sturm-