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2 (1802) Leonard Meister's Helvetische Geschichte während der zwei leztern Jahrtausende oder von Cäsars bis zu Bonaparte's Epoche [2]
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Er begab sich nach Bern. Daselbst zeichneten sichunter seinen Iüngerinnen drei Dienstmägde aus.Den io Juni i6?z. kamen die drei (wie man will)Grazien oder Furien zu einem Prediger aus derLandschaft, mit dem Austrage: Er sollte seinerGemeine anzeigen, daß der jüngste Tag vor derThüre sey. — Hin und wiedersah man die seltsamsteMischung von Aberglauben und Freidenker«, vonHeiligkeit und heillosem Wesen. Je mehr dieSchwärmer Vernunft und Auslegungskunst, je mehrsie alles akademische Studiren verwarfen, desto zü-gelloser war ihre Jmaginazion , desto leichter ver-einigte ihr Geist die widersprechendesten Begriffe.Dasselbe wollüstige und unruhige Temperament,dieselbe feuerfangende Einbildungskraft war es, welcheim Mittelalter zur irrenden Ritterschaft, im XVtenJahrhunderte zum kriegerischen Reislaufen, und nunzur Religionsschwärmerey begeisterte. Nicht seltenflammte das Feuer dieser Schwärmerey zu gleicherZeit auf dem Altare so wohl der unheiligen alsder manischen Venus; nicht selten ergriff es zu glei-cher Zeit so wohl ein jungfräuliches Herz, als denSchooß des Staats und der Kirche. Je mehr manLas Feuer mit Gewalt zu dämpfen bemüht war,desto mehr und desto länger verbreitete es sich. Un-ter verschiedener Gestalt und Farbe pflanzte sich dieSchwärmerei beinahe bis gegen der Mitte der

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