Band 
Zweiter Theil.
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II. Beschreibung des Thierreichs.

thiere passend gewählt erscheint. Die Gestalt ist bei einem Theile derselbensymmetrisch, indem sie sich durch einen Schnitt in zwei entsprechende Hälftenzerlegen lassen; andere sind regelmäßig, wie z. B. die Seestcrne, und ein großerTheil ist von ganz unregelmäßiger Gestalt. Ihre Vermehrung geschieht durchEier oder durch Knospung, Theilung, und es kommen dabei mehrfache eigen-thümliche Verwandlungen und Umgestaltungen vor.

Die Bauchthiere bewohnen fast nur das Wasser, die meisten das Meer,und fressen vorzugsweise thierische Nahrung. Dieselben umfassen vier Klassen,nämlich: die Weichthiere, die Strahlthiere, die Pflanzenthierc und dieUrthiere.

Neunte Klasse: Weichthiere; Moilnsoa.

184 Die Weichthiere sind die vollkommensten Geschöpfe dieses Kreises, dennihre inneren Lebensorgane sind in solcher Vollständigkeit und Ausbildung vor-handen, daß man sie hiernach über manche Thiere der vorhergehenden Abtheilungzu stellen berechtigt ist. Sie haben einen von der übrigen Leibesmasse gesondertenDarm mit mehreren Windungen und zwei Ocffnungen, eine ziemlich große Leberund Gefäße, die eine wasserhelle Flüssigkeit enthalten und von dem einkamme-rigen Herzen ausgehen. Die Stelle der Lunge wird entweder von dünnenBlättern und Besten vertreten, die man Kiemen nennt, und in welche dieGefäße sich verzweigen, oder von gefäßreichen Lungenhöhlen. Die Nervenfädengehen von einem gemeinschaftlichen Nervenringe aus, sind nur theilweise in denhöheren Ordnungen vorhanden, allein häufig kommen am Kopfe stehende Füh-ler vor. Die Haut dieser Thiere ist weich und schlüpfrig und umhüllt dieübrigen Lcibesthcilc wie ein Sack. Diese Haut wird der Mantel genanntund fehlt bei den nackten Schnecken. Unter derselben sind die Muskel befestigt,welche den Thieren entweder zum Schließen ihrer Schalen dienen, oder, wenn derMuskel eine längliche Bildung hat, in welchem Falle er Fuß heißt, zum Fort-schieben oder zum Einbohren. Ist der Muskel mehr ausgebreitet, so bildet erdie zum Kriechen geeignete Sohle.

Die meisten dieser Thiere sondern einen Saft aus, der auf ihrer Ober-fläche zu einer aus kohlensaurem Kalk bestehenden Schale erhärtet, daher sieauch Schalthiere (6onoli^1is.) heißen. Die Schale besteht entweder auseinem Stücke, wie bei der Schnecke, oder aus zwei Stücken, was bei den Mu-scheln der Fall ist.

Die Weichthiere bewohnen das Wasser, und zwar die meisten, schönstenund größten die warmen Meere. Nur wenige trifft man auf feuchter Erde.Sie sind fast alle eßbar und dadurch nützlich. Ihre Vermehrung geschieht durchEier, die bei manchen in ungeheurer Anzahl vorhanden sind.

Man unterscheidet die Weichthiere in zwei Hauptabtheilungen, nämlich insolche, bei welchen ein Kopf mehr oder weniger deutlich sich unterscheiden läßt,an welchem ein Maul mit einer Zunge und Augen sich befinden, und in solche,