9. Klasse: Weichthiere. Kopffüßer. ' 523
bei welchen dies nicht der Fall ist. Außerdem theilt man sie in sieben Ord-nungen von sehr ungleicher Bedeutung ein.
Versteinerte Schalthiere finden sich in unermeßlicher Anzahl in den älterenSchichten der Erdrinde, und es ist im mineralogischen Theile Z. 127 die großeWichtigkeit derselben für die Geognosie hervorgehoben worden. Auch findensich in §. 150 und den folgenden die wichtigsten Schnecken und Muscheln dergeologischen Vorzeit angeführt und abgebildet.
Erste Ordnung: Kopffüßer; Osxlmloxoäu.
Dieselbe wird also bezeichnet, weil an dem deutlich abgeschiedenen Kopf 183fleischige" Arme sich befinden, die theils zum Greifen, theils zum Kriechenoder Rudern dienen. Bcmerkenswerth sind die häufig an den Armen befind-lichen Saugnäpfchcn, vermittelst welcher sie sich besonders fest an Gegenständenzu halten vermögen.
Die wichtigsten Thiere dieser Ordnung sind die sogenannten Dirrtsrrüsolis(8exia), die von der Größe einer Faust bis zu der Länge von zwei Fuß in allenMeeren vorkommen und an Gestalt ungefähr einer Flasche mit kurzem Halsegleichen, an deren Mündung die mit Saugnäpfen versehenen Fangarme stehen.
Den Namen haben sie von der schwarzbraunen Flüssigkeit, die sie in einer Blaseführen und bei Gefahr ins Wasser entlassen, dieses trüben und hierdurch ihrenFeinden entgehen. Dieser Saft wird unter dem Namen von Sepia als Maler-farbe benutzt. Auch kommt von denselben das sogenannte weiße Fischbcin(Os ssxias), ein ovales, kalkiges, im Rücken der Thiere liegendes Schild. Diekleineren Sepien, die oft in sehr großer Anzahl vorkommen, sind ein Hauptnah-rnngsmittel der Stockfische und Schellfische.
Der gemeine Tintenfisch (8sxiu ollloiirulis) hat neben acht gleich lan-gen Armen noch zwei längere, die nur am Ende mit Saugnäpfen besetzt sind.
Die Eier desselben hängen traubenartig an einander und bilden die sogenann-ten Meertrauben.
Im Mittelländischen Meere um Griechenland trifft man den größten Tin-tenfisch (Ootoxus vulAuris) an, der acht Fangarme von zwölf Fuß Länge hat unddaher sehr fürchterlich aussieht. Dieses Thier, welches die Alten Polyp (Viel-fuß) nannten, hat wohl Entstehung zur Fabel von den Meeresungeheucrn ge-geben, die unter dem Namen der Kraken in den Mährchen eine bedeutendeRolle spielen.
Während die genannten unbekleidet sind, finden wir mit einem Gehäuseversehen im Indischen Ocean nicht selten das Schiff- oder Perlboot (Mrrtilus),dessen schöngewundcne, perlmutterglänzende Schale zu Trinkgefäßen verarbeitetwird; im Mittelmeer und Atlantischen Ocean das Glasboot oder Papier-nautilus (^rZonantu) mit dünner, weißer, sehr zierlich gebauter Schale.
Unter den Versteinerungen der Flötzgebirge haben wir viele Schalthiereangeführt, welche hierher gehören, wie die Ammonshörner, die Greifen»schnäbel, die Belemniten, die Pantoffelmuschel u. a. m.