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Allgemeine Uebersicht
der Taktik der Artillerie und des Gebrauchsderselben im Feldkriege, von den frühe-sten bis auf die neuesten Zeiten.
Der Ursprung der Artillerie verliert sich im Alterthumunserer Geschichte der Vorzeit. Assyrer, Aegypter, Juden,Perser, Griechen und Römer kannten die Geschützkunst.
Was indessen auch manche Schriftsteller aus Leiden»schaft oder Vorurtheil für die Waffen der Alten zum Vor-theil ihrer Geschütze geschrieben und gedeutet haben, sokamen diese doch in keinem Falle den jetzigen, selbst inihrer schwerfälligsten Periode, gleich. Die Wirkungen wa-ren höchst verschieden, da unmöglich eine mechanischeKraft, der augenblicklich schnell wirkenden des Pulversgleich gekommen seyn kann. Eine Batterie Katapultenoder Ballisten würde gegen eine Batterie Sechs» oderZwölfpfünder traurig bestehen.
Hauptsächlich bedienten sich die Alten ihrer Kriegs-maschinen bei Belagerungen, daher ihrer in den altenSchriftstellern am meisten bei solchen Gelegenheiten er-wähnt wird.
Obwohl solche auch in Feldschlachten vorkommen, sobildeten sie doch nicht, wie die heutigen Kanonen undGeschütze, eine eigentliche Waffe der Heere. Einige dervorzüglichsten Kriegsmaschinen zum Angriffe und zur Vcr»theidigung der Plätze waren:
1) Sturmleitern, unstreitig wohl die ältesten Kriegs-maschinen. Sie konnten zusammengelegt und wie-der auseinandergcnommen werden.