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2 ) Wandelblendung (Testudo) war eine aus Pfostenzusammengesetzte, und auf Rädern ruhende Maschine,hinter welcher die Soldaten vorwärts gegen denPlatz arbeiteten. Unter dem Schutze dieser Blen-dungen wurden jene hölzernen Gänge, welche dieRömer Vineae nannten, aus Wandelthürmen, dieman auf Walzen legte, zusammengesetzt.
3) Wandelthürme (Turres), hölzerne auf Rädern ste-hende Thürme, um von denselben die Belagertenanzugreifen. Auf diesen Thürmen standen die Schützenund Schleuderer, welche die Mauern unaufhörlichbeschossen. Von diesen Thürmen ließ man Fall-brücken (Sambucae) gegen die Mauern fallen, umzu stürmen. Unten an diesen Thürmen befandensich gewöhnlich Mauerbrecher, Sturmböcke oderWidder (Aries), mit welchen man die Stadt-mauern zu erschüttern und einzustürzen suchte.
Katapulten und Ballisten waren eigentlich Feldmaschi-uen zum Gebrauch in Schlachten. Vegetius macht unsbekannt, daß in den Legionen bei jeder Kohorte ein Ona-ger oder Balliste, und bei jeder Centurie eine Carrobalistaoder Katapulte gewesen. Die Carrobalista wurde vonMauleseln gezogen, und hatte 11 Mann zu ihrer Bedie-nung nöthig. Nach eben diesem Schriftsteller pflegte mandie Maschinen hinter die schwer Bewaffneten zu stellen,über welche sie hinüber schössen 1 ). Allein man brauchtesie auch an andern Orten nach Zeit und Umständen. Bis-weilen stellte man sie auf eine Seite oder Höhe, welchedas Feld beherrschte, wo sie bessere Wirkung thun konn-ten, wie z. B. in der Schlacht zwischen Vitellius undOtho, welche die Herrschaft des Reichs entschied 2 ). Es
war
1 ) Vegetius de re miKt. lib. III. cap. 25.
2) Tacis. Ilist. lib. II, cap. 34.