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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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eine Schlachtordnung, wie man dem Feinde unter dieAugen ziehen soll. Das Feldgeschütz voran, das schwereoder Hauptgeschütz folgt, und die Wagen fahren zurSeite. Fußvolk, Bogenschützen, Reiterei oder Reisige zurwechselseitigen Unterstützung eingetheilt, doch die Wagenimmer von der ganzen Armee gedeckt.

Der Kriegskunst treibende Markgraf, Albrecht I. vonBrandenburg, zeigt in seiner Kriegsordnung vom Jahre1555 l ) in 42 Figuren eben so viele Aufstellungen da»maliger Zeit. Plan III. giebt uns ein specielles Bild.Die Armee ist auf 27,000 Mann Reiterei und 16,000Mann Fußvolk angegeben. Erstere bildete in verschiede-nen Haufen hinter einander gewissermaßen das erste Très»fen. Infanterie mit Kürassieren untermischt in gevierterStellung ein zweites Treffen; und als Reserve abermalsdrei Haufen Reisige. Vermißt werden hier die Haken -oder Bogenschützen.

Den Werth der Artillerie erkennt der Markgraf da-hin an, daß er sagt:Man muß sich wohl angelegenseyn lassen, das Geschütz zur rechten Zeit und Gebrauchzum Treffen zu bringen. Wo dies geschieht, ist dieSchlacht halb gewonnen. Und ist auch hierin in solcherSchlachtordnung sonderlich gut Acht zu geben auf dasgroße Geschütz, daß man dasselbige zwischen den Haufenführe, und insgemein fürwarts schläff, so es zum Treffengeht, und so viel immer möglich ist, den Feind das Ge-schütz nicht sehen lassen, damit er sich desto mehr dafürzu hüten weiß. Denn so solches Geschütz fürwärts ge-führt wird, können die Pferde in geschwinder Eil abge-nommen werden, und die Büchsenmeister einen Schuß oder etzliche thun. Alsdann die Pferde wieder fürlegen,und immer fortrücken. Denn an solche Geschütz und anseineG rechten Treffen fast die größte Macht leit. Denn

1) Denkwürdigkeiten der Krieg-kunst-