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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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wo solch Geschütz zum rechten Angriff, zum rechten Ge-brauch und Treffen gebracht wird, darf man des Siegesmit Gottes Hülfe keinen Zweifel haben."

Im Plane IV. sehen wir eine andere Schlachtord-nung, welche in der Länge inwendig hohl, vorn aber spitzigist. Der Anordner derselben sagt:Sie ist in sechszehnHaufen geordnet, und ist solche Schlachtordnung ohnge.fähr 32,000 Mann Fußvolk und 27,000 Mann Reiter.So soll man abermals gut Acht haben auf das große Ge-schütz , denn solche Schlachtordnung allein darum hohl undvorne spitzig vermeint ist, daß man solch großes Geschützinwendig verborgen nachführen kann. Und so man mitder Spitz vorne im Angriff ist, so soll man mit demgroßen Geschütz auf der einen Seite herausrücken, aufwelcher Seite man den Feind am besten mit Vortheil-kann schrotz (schräg) in seine Ordnung arbeiten."

Es findet sich demnach hier schon der Grundsatz auf-gestellt,, die Artillerie verdeckt an den Feind zu bringen,und ihn schräg enfilirend zu beschießen. Der Markgrafvergißt der Artillerie in seinen 42 Schlachtordnungen nir-gends, wie dies jetzt häufig in taktischen Lehrbüchern derFall ist; indeß mögen wohl manche der gedachten Schlacht-ordnungen ins Reich der Phantasie gehören, und nicht zudamaliger Zeit angewendet worden seyn.

Das Unglück der Italiener gegen Karl VIII. veran-laßte sie bald, ihr Geschützwesen zu verbessern. Die Ve-netianer waren die ersten, welche zu Anfang des sechs-zehnten Jahrhunderts Artillerieschulen anlegten. Sie be-stätigten den alten Plutgrchischen Satz, welcher irgendwovom Kriege sagt:Das Unglück eines Tages unterrich-tet mehr, als die glücklichsten Begebenheiten vieler Jahre."

In Italien schrieb der berühmte Sekretair von Florenz,Macchiavelli, zum Nutzen und Frommen der ItalienischenStaaten und Fürsten, ein Werk über die Kriegskunst, in wel-chem er Schlachtordnungen angab, um die Gewalt der da-