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Eugen bei Temeswar, Peterwardein und Belgrad, imKriege mit den Türken.
Im spanischen Erbfolgekriege bemerken wir in takti-scher Hinsicht auf Artillerie die Schlacht bei Chiari. 50 Ka-nonen auf dem rechten Flügel der Kaiserlichen zertrüm-merten in einem Augenblicke den Angriff des französischenlinken Flügels, und bewirkten den Sieg *). Den Ver-lust, welchen die Franzosen durch das Artillerie-, und be-sonders durch das Kartätschfeuer erlitten, führen selbstfranzösische Schriftsteller jener Zeit als einen Beweis derWirksamkeit der Artillerie an.
In der Schlacht bei Hochstädt machten die Kaiser-lichen ebenfalls eine gute Anwendung ihrer Artillerie. Einegroße, auf dem rechten Flügel angebrachte Batterie enfi-lirte die ftanzösische Stellung a ). Nie hatte ein Siegneuerer Zeit mehr Aufsehen gemacht, als dieser; 27 Ba-taillone und 12 Schwadronen Franzosen ergaben sich imDorfe Blenheim, alle Munitivnswagen, 40 große Ka-nonen, außer mehreren Feldstücken, und 24 Mortiere, fie-len in die Hände der Sieger.
Die Schlacht bei Malplaquet zeichnet sich dadurchaus, daß bis dahin in den neuern Zeiten die Armeen nochnie so stark an Artillerie gewesen waren. Die Alliirtenhatten über 120 Geschütze, die Franzosen deren noch meh-rere. Beinahe 300,000 Streiter waren im Ganzen aufdem Kampfplätze. Die Alliirten hatten ihre schwere Ar-tillerie in 3 Batterien aufgestellt, eine von 28 Kanonenauf dem linken Flügel, und eine von 40 Kanonen in derMitte. Fünfzig Geschütze der Franzosen, auf ihrem rech-ten Flügel, mit Kartätschen geladen, legten durch eine ein-zige Déchargé 2000 Holländer zu Boden. Die Alliirtengaben ihren Verlust selbst auf mehr als 20,000 Mann
1) Histoire de Prince Eugene, Tom. I.
2) Ebeild. Tom. ÏT.