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Sollte nicht ein tiefer Blick den König noch beson-ders zur Wiedereinführung dieser schwereren Geschütze ver-anlaßt haben, nachdem seine Feinde auch ihrerseits, nachdes Königs früherem Beispiele, ihre Geschütze erleichterthatten? Der König rechnete vielleicht auf den moralischenEindruck, welchen schwereres Geschütz auf den großenHaufen macht!
In der Schlacht bei Mollwitz waren die östreichischenFeldkanonen noch beträchtlich lang. Der Fürst WenzelLichtenstein ahmte den Preußen nach, indem er verschie-dene nach preußischer Art gießen und mit denselben Pro-ben anstellen ließ. Sie fanden indeß 1744, im Feldzugeam Rhein gegen Frankreich, wenig Beifall, wohl abergroßen Widerspruch, Erst nachdem dem Fürsten dieArtilleriedirektion anvertraut war, wurden auf seine Veran-lassung, in den Jahren 1745 bis 1750, auf der Simme-ringer Heide mit verschiedenen Geschützen, sowohl altenkaiserlichen als denen anderer Mächte, besonders aber mitden verjüngten Probekanonen, sehr viele Versuche angestellt.Nach diesen Versuchen wurden 1753 die östreichischenFeldkanonen auf 3 Gattungen festgesetzt, zu welchen nochdie 7 pfünder Haubitzen als Feldgeschütz kamen 1 ).
Kaliber
Benennung,
Gewicht
nach
Pfund
Lange
nach
Kaliber
12 pfdr.
Quarrierschlange
1450
16
6 —
Falkonne
740
16
3 —
Regimentsstück
430
16
7 —
Haubitz
500
Bevor wir weiter gehen und den Antheil entwickeln,welchen die Artillerie an den denkwürdigsten SchlachtenFriedrichs nahm, muß der reitenden Artillerie Erwähnung
i) Unterricht des K. K. östreichischen Bvmbgrdierkorps.