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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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geschehen, von welcher er der alleinige Schöpfer war, undwelche seinen tiefen Blick beurkundet.

Die Vortheile der reitenden Artillerie, ihre Wirksam-keit bei raschen Bewegungen und in Schlachten, find an,erkannt. Der Revolutionskrieg hat diese Waffe, vonFriedrich erdacht, von Napoleon weiter ausgebildet,auf die höchste Stufe gestellt, selbst die Ultra's dieserWaffe werden fie nicht wieder mit der Fußartillerie aufemer Stufe erblicken; fie wird, fie muß eine Selbststän-digkeit erlangen, welche noch weiter auszudehnen ist, umfie einem Zwitter-zustande zu entreißen.

Folgen wir nun dem Gebrauche der Artillerie in dmKriegen Friedrichs, so finden wir fie bei Mollwitz, 1741,(Plan VI.) nach altem Brauch den Aufmarsch der Ar-mee decken; im Verfolge der Schlacht vor dem cffEcuTreffen avancirend, ging sie zu weit vor, erlitt gro-ßen Verlust, fügte aber auch dem Feinde keinen geringe-ren bei.

Bei Czaslau, 1742, (Plan VII.) waren die Kaiserschen gegen die Mitte der Preußen nicht unglücklich, da-gegen hielt der König mit seinem rechten Flügel denSieg fest, er überflügelte den Feind, die Artillerie aufeiner Anhöhe (a. a.) placirt, unterstützte diese Ueberflüge«lung, durch welche der König endlich mit der Kavallerieden Sieg entschied.

Bei Hohenfriedeberg, 1745, sehen wir nicht minderdie Artillerie zur Entscheidung beitragen. Der Königplacirtc (Plan VIII.) eine 24pfünder-Batterie in a. a.,welche die Sachsen noch vor Anfang der eigentlichenSchlacht in Unordnung brachte. Als der König in Ver-folg der Schlacht, durch die Linksschwenkung, jene schöneBewegung machte (b. b.), um die Oestreichs in der lin-ken Flanke und im Rücken anzugreifen, wickelte sich dieArtillerie durch alle Hindernisse eines schwierigen, durch-schnittenen Terrains, stalte sich, jg c . c. auf, um den