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Feind in der Flanke und im Rücken zu beschießen, undtrug dergestalt nicht wenig zum Siege bei.
Gleichzeitig mit diesen Feldzügen Friedrichs, tratLudwig XV. als Alliirter des Königs auf. Der Mar-schall von Sachsen, ein kriegerisches Genie, befehligte diefranzösische Armee, und entwickelte seine Feldherrnta-lente.
Die Bataillon von Fontenoy, Rocroy und Lawfeld,in den Jahren 1745, 1746 und 1747, zeigen ihn alsgeübten Feldherrn. In der Schlacht von Fontenoy ent-wickelte sich eine Angriffskolonne, die von allen damaligen- und spätern Gegnern des Kolonnensystems als Beweisder Unzulänglichkeit desselben angeführt wird. Indeß istwohl unbezweifelt, daß diese Kolonne nicht absichtlich zumAngriff gebildet, sondern erst spater, durch das Feuer derArtillerie veranlaßt, sich zusammengeschoben hatte, undzufällig nicht unglücklich einen Augenblick die Mitte beiderfranzösischen Treffen durchdrang.
Bei Rocroy hatte der Marschall von Sachsen, vorjeder seiner 6 Divisionen des ersten Treffens, 10 Ge-schütze, auf jedem Flügel 20, und bei den detaschirtenKorps des linken und rechten Flügels 20, im Ganzendemnach 120 Geschütze in erster Linie *).
Diese Schlachten von Fontenoy, Rocroy und Law-feld, haben in der französischen Artillerie damaliger Zeitvielen Anlaß zu Streitschriften über die Wirksamkeit derArtillerie gegeben.
Moritz von Sachsen kannte und bearbeitete die Kriegs-kunst nicht allein praktisch, sondern hinterließ auch Me-moiren, in welchen er Entwürfe über Formation undStellungen der Armeen angab, und der römischen Taktikhuldigte. Bei Bildung seiner Legionen entwickelte er zu-
J) B dation de la Campagne en Brabant, 1745 .