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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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Beispiele, um darzuthun, wie sehr der große König dieseWaffe kannte, und sie anfing sich geltend zu machen.

Stets hatte der König eine große Anzahl Artillerie,und noch im letzten Jahre des Krieges 1762, beim An-griffe von Burkersdorf, bei 82 Bataillonen (mit Einschlußvon 23 russischen) und bei 135 Schwadronen:

50 Stück Haubitzen,

120 12 pfundige Kanonen,

10 6 pfundige schwere dito,

10 6 leichte (berittene) dito,

108 g und Zpfündige Batail-

lonsgeschütze,

8 7 Haubitzen bei den Gre-

nadieren,

zusammen 306 Geschütze; demnach auf 1000 Mann 4Geschütze.

Noch erwähnen wir des Gefechts bei Reichenbach amSchlüsse des siebenjährigen Krieges, in welchem die rei-tende Artillerie, ' durch ihr rasches Abprotzen und Feuern,das Gefecht entschied, den Aufmarsch der Kavallerie deckte,den Feind in Unordnung brachte, und den Dragonern vonCzettritz Gelegenheit gab, den Feind völlig in die Fluchtzu schlagen.

Der Feldzüge des Herzogs von Braunschweig mitder alliirten Armee, im Laufe des siebenjährigen Krieges,der Schlachten von Hastenbeck, Minden u. a. m., geden-ken wir, um den Gebrauch der Artillerie zu bezeichnen,nicht besonders; doch verdient bemerkt zu werden, daßbei Hastenbeck die hannöversche Artillerie sich noch nichtder Kartuschen bediente, sondern mit losem Pulver, ver-mittelst der Ladeschaufel, ladete, was unglaublich scheinenkönnte, wenn es nicht alle Schriftsteller bestätigten.

Nach dem Frieden von 1763 fuhr König Friedrichfort, der Artillerie seine ganze Aufmerksamkeit zu widmen.

Er