Er selbst sagt in seinen hinterlassenen Werken: „Zufolgedes in dem letzten Kriege entstandenen Gebrauchs, wardie Artillerie ein Haupttheil der Armee geworden."
Friedrich begnügte sich nicht, seinen Generalen dieGrundsätze der Kriegskunst praktisch zu zeigen, er schriebauch eine Theorie für dieselben. Auffallend ist es, daßder Königs bei Ueberfallen von Städten, die Thore mitder Petarde gesprengt wissen will, indem er davon sagt:„Die Kanonen sind bei dieser Gelegenheit nur dann zugebrauchen, wenn sie zum Einschießen der Thore so auf-gestellt werden können, daß die Kanoniere nicht vom klei-nen Gewehrfeuer leiden, weil man sonst befürchten muß,die Kanonen zu verlieren." Noch sagt der König, inBetreff der Artillerie, daß das Feuer einer Batterie, inVerbindung mit der Infanterie, welche solche deckt, sieunangreifbar macht. Wo Batterien dennoch genommenwurden, sey es durch Fehler geschehen, indem die Infan-terie der Bedeckung den schon halb aufgeriebenen Feindverfolgte, ihren Posten verließ, der Feind, vomKanonen-feuer nichts mehr leidend, umkehrte, die iyn verfolgendeInfanterie auf's Neue angriff, zurückwarf, und mit ihrzugleich in die Batterie drang, welche indessen ihr Feuereinstellen mußte. Sollte nicht die Schlacht von Kessels-dorf dem Könige Veranlassung zu dieser Behauptung gege-ben haben?
In der preußischen Artillerie hatten durch den sieben-jährigen Krieg die schweren Geschütze, wie oben erwähntworden ist, wieder Eingang gefunden. Die bei Lcuthenaus Noth gebrauchten 29 Centner schweren 12 Pfänder(Brummer genannt) wurden dem Feldgeschütze einver-leibt, und der König legte auf diese Geschütze einen großenWerth. In den Jahren 1771, 1774 und 1775, wurdeviel Geschütz, theils neu-, theils umgegossen. Der Königgiebt dessen Anzahl selbst auf 868 Stück an. Doch wurdedie Einheit und Vereinfachung wieder gestört; die preußische
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