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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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93
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stand, stellte der Artillerie-General Sorbier eine von derKavalleriedivision Bruyere gedeckte Batterie von 60 Kano-nen auf den rechten Flügel (F. F.). Diese große Batteriedeckte die ganze Stellung und beschoß die jenseits aufge-fahrene russische Artillerie (6. O.). In Verfolg diesesAngriffs, durch jene großen Batterien unterstützt, wurdendie Vorstädte genommen. Die Russen zogen sich über dieBrücke und weiter zurück, und die Schlacht war für dieFranzosen gewonnen, welche noch in der Nacht Breschein der Stadtmauer legten, und des andern Tages Smo-lensk nahmen.

6) Schlacht an der Moskwa oderbei Borodino.

Die Anlage zu dieser Schlacht ist für den Forscherdes Gebrauchs der Artillerie in einem hohen Grade unter-richtend. Schon am vorhergehenden Tage bereitet derfranzösische Oberfeldherr die Schlacht vor, und besichtigt,allein von seinem Artillerie»Generale Sorbier be-gleitet, das Terrain und die feindliche Stellung. Er giebtden Befehl, auf dem rechten Flügel des Uebergangs überdie Kaluga, der alten Straße von Kaluga, und einer jen-seits derselben gelegenen Redoute sich zu bemächtigen(Plan XVIII.).

Der nächstfolgende Tag (6. September) vergeht mitwiederholten Recognoscirungen und Vorbereitungen zurSchlacht, und, wie früher bei Wagram, soll der linkeFlügel des Feindes umgangen werden. Beide Schlachtenhaben viele Aehnlichkeit mit einander. Wie in jener deröstreichische rechte Flügel nicht unglücklich war, ist es glichhier der russische, indem derselbe wenigstens die Angriffeder Franzosen bei Borodino aufhält, der rechte Flügel derFranzosen indeß eine Umgehung macht, und endlich imCentrum hier 80, dort 100 vereinigte Kanonen das Schick-sal des Tages entscheiden.