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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
Entstehung
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W on je her mufste man die Hülfe der Kunst anwenden, sich gegen die Anmafsurtgendes Starkem zu schützen. Es scheint jedoch, als sey der Mensch sinnreicher imZerstören, als erfinderisch im Schaffen; denn bis jetzt hat man noch kein Mittel gefun-den, mächtigen und ehrgeizigen Fürsten zu widerstehen, die es nur zu oft zum Unglückder Volker gegeben -hat.

Teilungen allein vermögen diesen reifsenden Strömen einen Damm entgegen zusetzen. Gegenwärtig aber erhöhen sie weit mehr den Glanz des Sieges, als dafs sieihn erschweren sollten. Sobald eine glückliche Schlacht über den Feldzug entschie-den hat, folgt eine Eroberung auf die andere. Städte mit starken Mauern und tiefenGräben schicken dem Sieger Abgeordnete entgegen, um seine Gnade zu erflehen*Festungen mit ^Bollwerken und Ravelinen, erwarten blos dieAnkunft der Sappen unddie Anlegung der Batterien auf den Kamme des Glads, um sich zu ergeben; 15. bis20. Tage ist die höchffe Dauer ihres Widerstandes. Nur die grofsen Festungen vomErsten Range vermögen eine förmliche Belagerung von etwa sechs Wochen oder zweiMonate auszuhalten, wenn sie eine doppelte oder dreifache Umfassung haben, un~ermefsliche Summen zu befestigen und eine starke Besatzung — fast eine kleine Ar-mee zu unterhalten kosten. Immer sind sie jedoch als ein wichtiges Hindernifs an-zusehen, ja bei vermehrter Stärke würden sie unbezweifelt das furchtbarste Heer auf-zuhalten vermögen. Jeder unterrichtete Soldat weifs, welche Mühe, welcher Auf-wand dazu gehört, die zu Belagerung einer Festung vom Ersten Range nöthigeMunition und Bedürfnifse zusammen zu bringen. Hier scheint das non plus ultrades Angriffskrieges zu sein. Wäre viel mehr Geschütz und viel mehr Zeit nöthxg,würde man mit grofsem Verlust, schimpflich abziehen müssen, wenn die Jahreszeites nicht mehr erlaubt, im Feld« zu bleiben.

Festungen können auf diese Art ganze Provinzen gegen die Schrecken des Krie-ges sichern. Ein Staat, auf seinen Grenzen durch unüberwindliche Festungen ge-schützt, würde wahrscheinlich nie Krieg haben, denn nur die Leichtigkeit zu erobernhat die Eroberungssucht erzeugt. Kann es wohl eine, unserer gröfsten Aufmerksam-keit würdigere Kunst geben, als die, von deren Vollkommheit das Glück und die Ruhedes Menschengeschlechtes resultiret. Die Erfahrung aller Iahrhunderte lehret, daf»Euter Band. Ar-