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Die
Vertlieidigung stärker als der Angriff,
oder -
die rechtwinkliclie Befestigung.
Erstes Kapitel.
. Von dem Nutzen der Festungen,
■Als die Menschen sich zu wechselseitiger Unterstützung in gemeinsame WohnorteVereinten, bewog der Erhaltungstrieb sie, diese Wohnorte zu befestigen. Ein palüsa»dirter Graben war unbezweifelt die erste Befestigung; als jedoch die Städte sich ver*gröfserten, dachte man auch auf eine stärkere Befestigung. Die jedem Volke angeborneSorge für seine Weiber, Kinder und Güter führte bald zu einer bessern Erreichungjenes Zweckes. Hohe Mauern, von noch höheren Thürmen bestrichen, wurden voneinem breiten und tiefen Graben umgeben, und diese Befestigung war keineswegesgeringe zu achten, wenn inan auf die Zeit und die Angrifisweise Rücksicht nimmt, der*io widerstehen sollte. Man hatte damals Nichts für diese Mauern zu fürchten, solangeGraben nicht ausgefüllt war. Eine Bemerkung, die man bei Vergleichung der“hern und der neuern Befestigungsart stets vor Augen haben mufs! Die grofse Hohe1 hr t r Mautrn und Thürme gereichte ihnen ganz zum Vortheil. Die Festigkeit der
Thü
Sch
fffie, besonders der runden, nothigte den Belagerer, seinen Angriff gegen die Zwi«e 'unauer zu richten, die wir späterhin die C.ourtine genannt haben, um sie zu bre-ohen. Allein die da;u bestimmten Wandtlthürme waren auf allen Seiten den von derflauer gegen sie abg< sandten Pfeilen und Kunstfeuern ausgesetzt, und oft erlagen diese^ n gfcheuern Gebäude dem verdoppelten Bestreben der Belagerten, ehe sie eine ersteig-arC StUrR dücke bewirkt hatten. Der Belagerer mufste in diesem Falle mit grofsemZeitverlust und vielen Schwierigkeiten neue Thürme verfertigen und heran bringen,so dafs mehrere Städte blos durch die Zerstörung jener gerettet wurden.