stand nämlich auf der Seite von Brandenburg, heim Eintritt in Schlesien, Glogau ander Oder vor sich. Von da bis Brieg, 20 Meilen oberhalb Glogau, am nämlichenElusse, liegt Breslau, eine grofse Stadt, fest genug-um Widerstand zu leisten, die aberihren Privilegien zu Folge keine andere Besatzung als ihre Einwohner hatte; Brieg,eine kleine nichsbedeutende Stadt; dann Glatz am Eingänge der Böhmischen Gebirge,und endlich Neifse in Oberschlesien, schon, damals eine ziemlich gute Festung, welcheaber eine der vorzüglichsten in Europa geworden ist.
Oie ganze Macht, welche die Königin von Ungarn im Lande hatte, bestand aus4 bis 5000 Mann; was sie sonst noch zur Verteidigung zusainmenbringen konnte,xnufste aus Oberschlesien herkoinmen. Indem der König hier vordrang, deckte er seinebereits gemachten Eroberungen, und hatte im Rücken eben so wenig zu befürchten,als wenn er seine Operationen blofs auf die Deckung seiner Grenzen beschränkt hätte.Die feindlichen Manövers und die dagegen zu nehmenden Mafsregeln blieben alsodieselben, der eigentliche Kriegs-Schauplatz mochte nun in Nieder- oder Ober-Schlesien liegen.
Dieses war die Locallage, in welcher der König von .Preufsen agirte. Er durftenicht fürchten zu weit vorzugehn. Meister von. Breslau, nahm er den 3ten Januardas Schlofs Ohlau, an der jOder drei Meilen unterhalb Brieg; den I2ten eroberteder Graf von Schwerin Ottmachau, und besetzte die Brücke über diq Neifse, wo 400Eragoner zu Gefangenen gemacht, und nach Berlin abgeführt wurden.
Hierauf liefs der König Neifse berennen, welche Stadt vom xgten bis 22sten be-schossen ward, er tnufste sich aber nach einem abgeschlagenen gewaltsamen Angriffzurüchziehen. Zur nelmilichen Zeit-erhielt der Graf von Schwerin Befehl, dem Corps,'Welches der Graf von Braun bei Neustadt in Oberschlesien zusammen gezogen hatte,entgegen zu gehen. Bei seiner Ankunft zog sich jedoch dieses Corps auf Jägerndorf,dann aber auf Grätz an der Mora zurück, wo es der. Graf von Schwerin am aastenJanuar einholte, griff an, und zwang, die Stadt, bald auch ganz Schlesien zuErlassen.
Meister von ganz Schlesien, ging der König von Preufsen ebenfalls am 25stenJanuar nach Berlin, und liefs den Oberbefehl seiner Armee dem FeldmarschallSchwerin, der s j e au p j er Mährischen, Grenze in Cantonirungen verlegte.
Hoch War aber keine Festung erobert; und diese schnellen Eroberungen scheinen^ e hr das Gep r jjg e e i nes jugendlichen Heldengeistes als den Stempel der nöthigenzu tragen. Ich glaube jedoch behaupten zu dürfen, dafs sie ein Beweis jenerin d e5enheit des Genies und scharfer Beurtheilungskraft waren. Denn ebenn er Entdeckung des Unterschiedes, welcher aus der verschiedenen Lage der Sachen
pringt, liegt das Genie. Im Kriege kann ein und dasselbe Manoeuvre ein unver-ErsterBand. x,
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